Fondssteuer wieder am Tapet

7. April 2004, 14:50
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Neuer Anlauf der "Ausländer" - Mit besseren Chancen

Wien - Die über 60 ausländischen Fondsgesellschaften in Österreich nehmen einen neuen Anlauf, um heimischen Endkunden mehr Fonds zu verkaufen. Jetzt hat der Verband VAIÖ sein Modell für eine steuerliche Gleichbehandlung mit inländischen Fonds (Endbesteuerung) ans Finanzministerium geschickt. Dort zeigt man sich gar nicht verschlossen.

Der Hintergrund: Anleger müssen derzeit noch ihre Bestände an ausländischen Fonds offen legen (Einkommensteuer), oder es wird ihnen 1,5 Prozent Sicherungssteuer vom Rechenwert des Fonds abgezogen. Laut VAIÖ-Modell - DER STANDARD berichtete - sollen Banken ihren Kunden auch bei ausländischen Fonds 25 Prozent Kapitalertragsteuer abziehen. Dies auf freiwilliger Basis als "Service" für die Kunden.

Weg zum Privatanleger versperrt

Die Ausländer sehen nämlich den direkten Weg zum Privatanleger durch die spezielle Steuerbestimmung versperrt. Tatsächlich machen sie im direkten Fondsverkauf auch praktisch kein Geschäft. Vertreten sind sie dagegen mit geschätzten rund sieben Mrd. Euro Volumen nur in den heimischen Dachfonds. Dort sind sie mit Produkten vertreten, für die heimische Gesellschaften keine Expertise haben oder die sie selbst nicht konstruieren dürfen.

Mit dem seit Freitag der Vorwoche gültigen neuen Investmentfondsgesetz haben die heimischen Kapitalanlagegesellschaften (KAG) aber Spielraum gewonnen. Sie dürfen jetzt auch selber Indexfonds und reine Cashfonds auf Währungsbasis machen. Dazu setzt der Bereich "andere Sondervermögen" (§20a-Fonds) der Fantasie von Fondszusammensetzungen kaum Grenzen.

In Kombination mit der erwarteten einheitlichen EU-Quellensteuer ergibt sich damit europaweit ein ganz neues Spektrum von Anlagemöglichkeiten. Ein Austriacum wie die Sicherungssteuer wird darin sowieso nicht mehr lange bestehen können. (DER STANDARD, Printausgabe, 16.2.2004, kbau)

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