"Kopftuchverbot bekräftigt Vorurteile"

13. Februar 2004, 15:32
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Claudia Mitscha-Eibl, feministische katholische Theologin, fordert Bekleidungsfreiheit für Frauen

En Kopftuchverbot für muslimische Frauen bekräftigt nach Ansicht von Mag.a Claudia Mitscha-Eibl nur Vorurteile gegenüber dem Islam. In einem Kommentar für die österreichische Frauenzeitschrift "Welt der Frau" betont die feministische katholische Theologin, Lehrerin und Liedermacherin, dass dies "keine Maßnahme im Sinne von Menschenwürde und Frauenrechten" sei. Sie plädiert deshalb für "die Freiheit der Frau, sich so zu kleiden, wie es ihrem Empfinden und ihrer Überzeugung entspricht". All jenen, die mit einem Kopftuchverbot die Vermittlung von demokratischen Grundwerten in der Schule sicher stellen wollen, empfiehlt die Lehrerin zu überprüfen, wo im Unterricht immer noch einseitige Rollenklischees weitergetragen werden. "Und überarbeiten wir bitte gleich auch unsere Islam-Klischees", schlägt Mitscha-Eibl vor. Denn die eindeutige Botschaft, die das Tragen eines Kopftuches angeblich vermittelt, kommt ihrer Ansicht nach "nicht aus dem Kopf der Frau, die es trägt, vielmehr befindet sie sich in den Köpfen derer, die es sehen und beurteilen".

Sie verweist auf jene engagierten Musliminnen, die selbst für Frauenrechte im Islam eintreten und trotzdem ihr Haar bedecken. Für diese Frauen sei das Kopftuch in erster Linie Ausdruck ihrer Glaubenszugehörigkeit und Gottesbeziehung. In Entsprechung zu den für Männer geltenden Vorschriften werde es auch "als Ausdruck einer respektvollen, nicht sexuell geprägten Beziehung zwischen den Geschlechtern, aber nicht im Sinne einer Unterordnung der Frau unter dem Mann und schon gar nicht als Abgrenzung gegen demokratische Werte" beschrieben. Lesen sioe den gesamten Kommentar auf "Welt der Frau". (red)

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