Nebelwälder unter ökologischem Druck

19. Juli 2004, 12:03
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Wissenschaftler warnen vor drohenden Wasserversorgungs­problemen

Kuala Lumpur - Zu den am meisten gefährdeten Regionen der Erde gehören nach Ansicht zahlreicher Experten die Nebelwälder. Die Warnung kommt vom Treffen des World Conservation Monitoring Centre, einer Unterorganisation der United Nations Environmental Organisation UNEP, bei der Convention on Biological Diversity, die derzeit im malaysischen Kuala Lumpur stattfindet. Die Nebelwälder beherbergen nicht nur tausende seltener Tiere und Pflanzen, sondern sind auch notwendig für die Trinkwasser-Versorgung von Millionen von Menschen, berichtet BBC-Online.

Wasserpools und Genpools für Nutzpflanzen

Nach den jüngsten Berichten der Forscher, die sich auf Satellitendaten stützen, umfassen diese Wälder rund 400.000 Quadratkilometer und machen damit nur 2,5 Prozent der Gesamtfläche aller tropischen Regenwälder aus. 60 Prozent der Nebelwälder befinden sich in Asien, etwa 25 Prozent in Lateinamerika und die restlichen 15 Prozent in Afrika. Die meisten der Nebelwälder sind in Höhenlagen zwischen zwei und 3.000 Metern über dem Meeresspiegel, obwohl es in Küstenregionen auch Nebelwälder in Höhenlagen von 500 Metern gibt. Zu den typischen Nebelwäldern zählt etwa der La Tigra National Park in Honduras, der mehr als 40 Prozent der 850.000 Bewohner der Hauptstadt Tegucigalpa mit Trinkwasser versorgt.

Die Nebelwälder bilden aber auch Genpools für Nutzpflanzen, da zahlreiche wildlebende Formen von Nahrungspflanzen in diesen Habitaten heimisch sind.

Durch Landwirtschaft bedroht

Die Nebelwälder sind durch Landwirtschaft, illegalen Holzeinschlag, Feuer, Straßenbau und die Einführung artfremder Spezies bedroht. Nach Angaben der Experten stellt aber die Klimaänderung die größte Bedrohung dar. "Einzigartig in diesen Wäldern ist die Tatsache, dass sie die Feuchtigkeit durch Kondensation der Wolken halten können", so Studienautor Philip Bubb von der UNEP.

"Wenn die Temperaturen um nur einen Grad in den Niederungen steigen, bedeutet das einen Temperaturanstieg um zwei Grad in den Wäldern. Daraus resultiert das Aufsteigen der Wolken und das Austrocknen des Waldes", zeichnet der Forscher das Bild. Viele der Wälder sind daher rund um Berggipfel zu finden, da dort die Temperaturen kühler sind. Zunehmende Hitze sorgt aber dafür, dass die Wolken höher steigen und dass damit auch die höchstgelegenen Wälder austrocknen. (Ende)

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