Elektronischer Arzthelfer Pocket Signer präsentiert

20. Juni 2004, 15:19
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Fraunhofer Institut demonstriert signatursicheren Taschencomputer auf CeBIT 2004

Das Darmstädter Fraunhofer-Institut für Sichere Telekooperation SIT hat auf die Ankündigung des Verschwindens herkömmlicher Arzneimittelrezept auf Papier prompt reagiert: Auf der CeBIT 2004 wird der neue Trusted Pocket Signer, ein mobiler Taschencomputer, der Ärzten erlaubt Medikamente elektronisch zu verschreiben, als Prototyp präsentiert, berichtet das SIT.

Planung

Das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung, das mit Beginn des Jahres in Deutschland in Kraft getreten ist, sieht vor, dass Mediziner ab 2006 Medikamente elektronisch verordnen. Als Unterschrift dient dabei die elektronische Signatur des Arztes. Damit das neue Verfahren einfach und sicher anwendbar ist, haben die Forscher unter der Leitung des SIT zusammen mit dem Unternehmen KOBIL den Trusted Pocket Signer (TPS) entwickelt. Als besonderes Feature verfügt der TPS über eine elektronische Handschrift-Überprüfung. "Derzeit ist der Trusted Pocket Signer das einzige Gerät, das alle kritischen Prozesse beim Erzeugen der elektronischen Signatur in sich vereint und so verlässlich vor Missbrauch schützt. Die biometrische Handschrifterkennung sorgt für Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit", so Levona Eckstein vom SIT.

Mobil

Der TPS lässt sich aufgrund seiner Größe bequem im Arztkittel verstauen und kann einfach von einem Behandlungsraum zum nächsten mitgenommen werden. Überall wo ein PC steht, kann der Anwender Rezepte und Briefe elektronisch ausstellen und mit dem TPS unterzeichnen. Dazu wird das zu signierende Dokument an den TPS übermittelt und auf seinem Display angezeigt. Anschließend setzt der Arzt wie gewohnt seine Unterschrift unter das Dokument. "Nach der Handschrift-Prüfung erzeugt der TPS die elektronische Signatur und übermittelt diese drahtlos an den entsprechenden PC", erklärt Eckstein.

Beruflich

Das Hightech-Gerät eignet sich aber auch für andere "professionelle Vielsignierer" wie zum Beispiel Rechtsanwälte oder Steuerberater. "Auch herkömmliche Dienstleistungsbetriebe wie eine Kfz-Werkstatt profitieren von dem TPS", so Eckstein. Der Kunde kann den TPS selbst in die Hand nehmen, sich von der Korrektheit eines Reparaturauftrags überzeugen und dann unterzeichnen. Das unterschriebene Dokument kann dem Kunden dann sofort als E-mail zugeschickt werden. (pte)

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