"Gibt es Leben auf dem Mars?"

19. Juli 2004, 12:03
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EU-Umweltkommissarin Wallström zufolge sollte vielmehr gefragt werden: "Gibt es noch Leben auf der Erde?"

Brüssel - 42 Prozent aller Säugetiere in Europa sind nach Angaben der EU-Kommission vom Aussterben bedroht. Wie die Brüsseler Behörde zum Auftakt der in Kuala Lumpur stattfindenden internationalen Konferenz zum Schutz der Artenvielfalt mitteilte, sind auch mehr als die Hälfte der Süßwasserfische, 15 Prozent des Vogelbestandes und 45 Prozent aller Schmetterlinge in Europa bedroht.

"Nicht: 'Gibt es Leben auf dem Mars?' ist heutzutage die große Frage", sagte EU-Umweltkommissarin Margot Wallström am Montag in Brüssel, "sondern: gibt es noch Leben auf der Erde?"

Insgesamt schätzt die EU die Zahl der weltweit vom Aussterben bedrohten Arten auf mehr als 12.000. Dies sei aber nur die Spitze des Eisberges, denn wie viele Pflanzen- und Tierarten es überhaupt gibt, könne niemand mit Sicherheit sagen, sagte Wallström. Bekannt sind den Biologen rund 1,8 Millionen Arten weltweit.

Wirtschaftliche Folgeschäden

In Zukunft müsse verstärkt auf die wirtschaftlichen Folgeschäden hingewiesen werden, der mit dem Verlust der biologischen Vielfalt einhergehe, forderte Wallström. Experten würden den produktiven Wert der Ökosysteme weltweit auf jährlich 26 Billionen Euro im Jahr schätzen. Dies entspreche etwa dem doppelten Betrag der vom Menschen produzierten Wirtschaftsleistung. Der Verlust der Artenvielfalt habe oft Arbeitslosigkeit und wirtschaftliche Ausfälle zur Folge, so Wallström. Sie nannte als Beispiel die Folgen der Überfischung in der Ostsee.

Die EU hält nach Angaben von Wallström an dem vor zwei Jahren auf der UNO-Konferenz in Den Haag vereinbarten Ziel fest, bis 2010 den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen. Die Beratungen in Malaysia sollen sich daher auf die Schaffung eines weltweiten Netzes von Schutzgebieten konzentrieren. Weiters sollte der Bestand der weltweit vorhandenen Arten eingehender beobachtet werden. Um Entwicklungsländer vom Nutzen der Schutzmaßnahmen überzeugen zu können, seien auch ökonomische Anreize erforderlich, sagte die Kommissarin. (APA)

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