... eines Missverständnisses

31. Jänner 2000, 21:51

Weil das jetzt überall falsch kolportiert wird (vielleicht habe ich mich unklar ausgedrückt), möchte ich doch gern richtig stellen: Ich habe gesagt, dass in dieser politischen Lage für mich Weggehen das stärkere Signal wäre als Bleiben und Weitermachen und zur Berufsopposition zu werden, vor allem deshalb, weil bisher politische Gegnerschaft der Intellektuellen gegen die extreme Rechte offensichtlich keinerlei Erfolg gehabt hat, aber ich habe nicht gesagt, dass ich selbst vorhabe wegzugehen. Ich könnte es auch aus familiären Gründen gar nicht.

Natürlich wird eine Emigration von Künstlern nicht nötig werden. So etwas an die Wand zu malen wäre eine Verhöhnung jener, die in der Nazizeit wirklich flüchten mussten (auch ein Teil meiner Familie!), aber warum soll es ein Verbrechen oder gar etwas wie "Fahnenflucht" sein, weggehen zu wollen? In einem freien Europa kann man sich seinen Wohnsitz immer noch frei wählen, und es gibt jetzt sicher bald angenehmere Orte als Österreich. Etliche Kollegen sind aus steuerlichen Gründen nach Irland gegangen, warum sollte man nicht aus politischen Gründen lieber woanders leben wollen als hier? Elfriede Jelinek

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