Franz Morak erklärt sich einverstanden
Wien - Einen weiteren Erfolg konnte der Verein Forum österreichischer Film, der die "originale" Diagonale in Graz veranstaltet, erzielen: Kunststaatssekretär Franz Morak billigt ihr zu, die Intendanz der Filmschau ab 2005 auszuschreiben, und erklärte sich mit dem Procedere, an dem der Bund nicht beteiligt ist, einverstanden. Die Diagonale werde im nächsten Jahr vom Staatssekretariat mitfinanziert, kündigte Morak-Sprecherin Katharina Stourzh an.
Am Mittwoch beschloss der Verein in einer außerordentlichen Generalversammlung, die Intendanz der Diagonale noch vor dem Festivalstart (3. März) auszuschreiben. Die Entscheidung über die Besetzung werde der unabhängige Diagonale-Beirat fällen. Zudem wurde einstimmig beschlossen, einen Vertreter der Filmproduzenten in die Generalversammlung und in den Beirat aufzunehmen. Damit sind die wesentlichen Verbände der Filmszene in den Gremien des Festivals vertreten.
Künftig setzt sich der Beirat aus Cornelia Köndgen, Erich Lackner, Lisl Ponger, Ulrich Seidl, Wolfgang Steininger und - als kooptiertes Mitglied - Sabine Derflinger zusammen. Er soll gemeinsam mit der Generalversammlung die Ausschreibung formulieren und die neue Intendanz der Diagonale nominieren. "Mit diesen Entscheidungen ist die Unabhängigkeit des Festivals und der Intendanz nachhaltig gesichert", heißt es in einer Aussendung des Vereins.
Ob Morak nun auch die diesjährige Diagonale fördern wird, die ohne seinen Sanctus als Gegenveranstaltung zur "Morakonale" ins Leben gerufen wurde, will der Staatssekretär nach wie vor nicht beantworten. Sollte es kein Geld vom Bund geben, droht dem Verein ein gröberes Defizit.
Auch über die Start-up-Kosten für den Rohrkrepierer Diagonale neu nach Moraks Vorstellungen (angeblich 400.000 bis 500.000 Euro) schweigen sich die Beteiligten aus: Tillmann Fuchs, der ehemalige Geschäftsführer, bestätigte dem STANDARD lediglich, dass er den Subventionsgeber über die "Größenordnung" der Ausgaben informiert habe. Morak-Sprecherin Katharina Stourzh räumte nun zwar ein, über die Summe in Kenntnis gesetzt worden zu sein, will diese aber nicht nennen: "Ich möchte nicht mit Zahlen herumjonglieren. Warten wir, bis die Schlussbilanz am Tisch liegt."
Fuchs verwehrt sich gegen das Gerücht, er sei zu den Besprechungen mit dem Flugzeug angereist (er hielt Besprechungen am Grazer Flughaben ab): Er hätte, sagt er, keine einzige Flugreise verrechnet.
(DER STANDARD, Printausgabe, 6.2.2004)