Mathematik in Rock: "Tritarre" für die Stones

von Redaktion  |  12. Februar 2004, 12:55

Neues Instrument für Zahlenexperiment entwickelt

Weil in Kanada zwei Professoren nach der Lösung eines alten mathematischen Problems suchen, kann Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards auf einem Y-förmigen Instrument mit drei Saitenhälsen spielen: Die "Tritarre" produziert mit 18 gekoppelten Saiten neue Töne. Diese Vibrationen sollen den Mathematikern bei ihren Rechnungen helfen.

Claude Gauthier und Samuel Gaudet von der Universität von Moncton (Provinz New Brunswick) wollen das Problem der so genannten P-Reihen lösen. Dabei gilt es, die Summe einer Folge von Brüchen zu berechnen, zum Beispiel: 1+1/2³+1/3³+...=?

Die Punkte bedeuten, dass die Gleichung eine unendliche Zahl von Brüchen mit je einem Nenner hoch drei hat, der in jedem folgenden Bruch eine Stelle größer als die Zahl im Nenner des vorausgehenden Bruches ist. Der Schweizer Mathematiker Leonhard Euler hatte ein ähnliches Problem mit geraden Potenzen bereits 1735 gelöst. Die Formel: 1+1/2²+1/3²+...= pi²/6. Wie aber steht es mit ungeraden Potenzen?

Zahlensysteme mit neuen Symmetrien

Gauthier ersann dazu Zahlensysteme mit neuen Symmetrien. Dazu benützte er die Form eines Y. Als er die Lösung auch so nicht fand, widmete er sich einem verwandten Problem: Vibrationen in einem Netz von Saiten mit derselben Y-Symmetrie.

Zusammen mit dem Mathematiker und Hobby-Gitarristen Samuel Gaudet studierte er die Schwingungen, stellte fest, dass ein Instrument mit solchen "Y-Saiten" ganz neue Töne hervorbringen müsste. Also gingen sie zum Instrumentenbauer George Rizsanyi in Nova Scotia, der schon Gitarren für Sting, Keith Richards und Peter Gabriel gebaut hatte. Der mathematisch-musikalische Output: die "Tritarre" mit drei Saitenhälsen.

Etwa dort, wo bei einer Gitarre die Brücke sitzt, wo also das untere Ende der Saiten am Korpus befestigt wird, hat die "Tritarre" sechs Kupplungen. Bei diesen treffen Y-förmig jeweils drei frei schwingende Saiten zusammen, eine lange, die am traditionellen Gitarrenhals mit Bünden zum Greifen von Akkorden führt, und zwei kürzere, deren Hälse schräg nach oben und unten weisen.

Wie das Glockengeläut einer Kirche

Man greift die Töne am langen Hals, schlägt oder zupft aber beliebig an allen Hälsen. Je näher man die Saiten an den Kopplungspunkten spielt, desto unharmonischer werden die Töne, weil Zusatzsaiten mitschwingen. Manchmal hört es sich an wie das Glockengeläut einer Kirche.

Stones-Gitarrist Keith Richards soll nach Berichten kanadischer Zeitungen und laut Auskunft der Universität die "Tritarre" demnächst ausprobieren. Das P-Reihen-Problem indes haben die beiden Mathematiker noch nicht gelöst. (Bernadette Calonego aus Vancouver/DER STANDARD, Printausgabe, 5.2.2004)

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17 Postings
pier paolo pasolini 
05.02.2004 11:53

Der is ja schon mit einem Gitarrenhals vollkommen überfordert.

mühlviertler untergrund-bewegung
10.02.2004 18:43
ja

aber verdammt gut

per verser
05.02.2004 17:34

stimmt ja ned - der gehört zu den wahrhaft begnadeten, die nur einen einzigen ton spielen und dem ohr damit die welt öffnen. der ist jenseits jeglicher technik-debatte.

pier paolo pasolini 
09.02.2004 10:45

beziehen sie sich da auf Alexis Corner der zu Keith Richard gesagt hat, er sei der beste schlechteste Gitaarist der Welt. ;-)

ynot me
05.02.2004 10:40
!!!!!

Ob die Mathematiker noch rechnen können, wenn Keith in die Vollen langt??
Oida Fux, do hobn's den Richtigen erwischt! ;-0

mühlviertler untergrund-bewegung
10.02.2004 18:44
in die Vollen

alk und kokskisten

per verser
04.02.2004 19:43

wär doch eher ein instrument für jimmy page oder john mclaughlin.

George
05.02.2004 12:25

also ich bin für yngwie malmsteen
mfg

per verser
05.02.2004 17:36

nageh, wer braucht tapping-orgien auf stratocasters mit grauslich mißhandelten hälsen?

Droidheacht
07.02.2004 17:41
...SCHADE.....

...dass jimi hendrix nicht mehr lebt ;-)
..ansonst denk ich mir ,sind eh 3 hälse da..also die 3 gitarristen wieder...paco de lucia,john mc laughlin..ähhm..wer war der 3te mann?*gg*
mfg.B-)

Arthur Zoitl
10.02.2004 22:16
der dritte mann

ich glaub das war al di meola, oder?

per verser
08.02.2004 16:17

den ham se ausgetauscht, war kein so stabiler dreier:

zuerst der al di meola (meist nur schnell, manchmal dafür sehr lyrisch), dann der larry coryell (neurotisch, aber muskalisch - und leider zu wenig lyrisch).

das blöde ist nur; drei egomanen an einem instrument, das gibt zoff.

willkommen am sklavenplaneten
05.02.2004 03:10
falsch

die leute die (scheinbar zu recht) behaupten richards könne nicht gitarre spielen übersehen das wesentlichste.
Tipp: Es ist etwas was Sie nicht erraten können wenn Sies nicht wissen.

per verser
05.02.2004 17:38

daß er nicht mehr selber spielt?

das weiß doch eh schon jeder.

manchmal tut ers dennoch, wohl mehr unabsichtlich.

und das ist dennoch ein muskalisches statement ersten ranges. ich stelle ihn in eine reihe mit miles davis, und ich bin sicher, daß miles meiner auffassung zugestimmt hätte.

Henry78
05.02.2004 16:09
...

nur dass der satz von fermat schon gelöst ist, ich aber auch im Y-Symmetrischen Raum keine Antwort finden könnte.
Also - bitte, bitte, bitte - was weis man am sklavenplaneten was ich nie erraten könnte?

pier paolo pasolini 
05.02.2004 11:55

jetz bic ich aber echt gespannt, eine Auflösung ihres Rätsel zu erfahrten klingt fast wie der Satz von Fermat

schön geist
04.02.2004 23:44

Ja, aber Keith hat einfach die hübscheren Töchter ;)

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