Smart hart

16. März 2006, 20:05
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Wenn Trafikanten schlüpfrig werden - Und was von einer der letzten österreichischen Marken bleibt

"Soft oder hart?" fragen mich Trafikanten seit Monaten beharrlich. Ich reagiere nicht pikiert. Soft natürlich, was soll die Frage?

Smart Export werden seit 7. September 1959 im Soft-Packerl verkauft. Warum sollte ich meine Smart jetzt plötzlich hart genießen wollen? Warum in der Box kaufen?

Für eine Handvoll Cent

Eine Frage, die man sich wohl auch bei der Austria Tabak stellt. Wie sonst ist es zu erklären, dass die softe Traditionsvariante seit 1. Februar 3 Euro und damit 10 Cent mehr kostet, die unschöne Hart-Version aber bei 2,90 Euro stagniert.

Wir erinnern uns (und zitieren eine Presseaussendung der Austria Tabak): "Mitte 1962 war die Smart Export die zweitbeliebteste Zigarettenmarke in Österreich und verdrängte schließlich 1968 die Austria 3 von Platz eins in der Beliebtheitsskala." Heute sei der Klassiker als "konstantes Nischenprodukt" positioniert. Smart, das ist eine genuin österreichische Marke, die in schnulzigen 60er-Filme ebenso passte wie zu Valie Export.

"Eher junge Leut" kaufen heute Smart, meinen die Trafikenten meines Vertrauens (die mich naturgemäß nicht nach meinen Präferenzen fragen müssen). Bei Menschen älteren Semesters keimt akute Nostalgie, werden sie eines Smart-Packerls ersichtig. Eines weichen, wohlgemerkt. Denn: Hart und smart - das geht nicht zusammen.

Volle Härte

Vielleicht auch, weil die Smart in der Schachtel so gar nicht smart schmecken - und noch dazu ein Milligramm mehr Teer in die Lungen schleusen. Warum nur, Austria Tabak? Warum? (vk)

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