Presserat verurteilt "Krone" im Fall "Feuerteufel"

31. Jänner 2000, 19:28

"Berufspflichten der Presse grob verletzt" - Verfahren gegen weitere Medien eröffnet

Der Österreichische Presserat hat die "Kronen Zeitung" wegen ihrer Berichterstattung über den "Feuerteufel" von St. Georgen verurteilt. Die "Krone" hatte in ihrer Ausgabe vom 12. Jänner den Namen des mutmaßlichen Brandstifters sowie Fotos des Jugendlichen - ohne Balken bzw. Verzerrungen - gezeigt. "Durch die Veröffentlichung des vollen Namens des mutmaßlichen jugendlichen Verdächtigen wurden gemäß Paragraph 13 des Ehrenkodex für die Österreichische Presse die Berufspflichten der Presse grob verletzt", hieß es in einer Aussendung des Kontrollorgans.

"Berichte über Verfehlungen Jugendlicher dürfen deren mögliche Wiedereingliederung in die Gesellschaft nicht erschweren oder gar verhindern. Volle Namensnennung ist in solchen Fällen zu unterlassen", lautet die entsprechende Passage im Ehrenkodex. Der Presserat hat weiters "die Eröffnung von Verfahren wegen der Veröffentlichung von Bildern des jugendlichen Verdächtigen in mehreren Medien" beschlossen. Die "Kleine Zeitung" und die Info-Illustrierte "News" hatten ebenfalls Fotos des mutmaßlichen Brandstifters veröffentlicht, auf denen das Gesicht erkennbar ist. (APA)

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