Der Allflug, der nie Alltag wurde

31. Jänner 2004, 17:24
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Die "Columbia" läutete 1981 die Ära der Space Shuttles ein - und besiegelte schließlich auch deren Ende

Washington - Bereits der deutsche Raketenwissenschafter Wernher von Braun hatte in den fünfziger Jahren den Bau von Raumfähren als billige Möglichkeit propagiert, Astronauten und Fracht ins All zu bringen. Von da an gab es immer wieder neue Pläne für ein Shuttle, und im Jänner 1972 gab US-Präsident Richard Nixon, nachdem er weitere Mondflüge aus Kostengründen gestrichen hatte, schließlich grünes Licht für den Bau.

Nixon und die NASA lobten die Fähren damals in den Himmel - manche Kritiker gehen davon aus, dass der Kongress bewusst getäuscht wurde, um die Gelder zu bewilligen. So hieß es, die Shuttles würden die Kosten für die Raumfahrt auf ein Zehntel reduzieren und könnten 50 bis 100 Mal im Jahr sicher in den Orbit fliegen.

Viel teurer als gedacht

Die Realität sah dann allerdings anders aus. Bis zur "Columbia"-Katastrophe im Februar vergangenen Jahres flogen nur etwa sechs Shuttles jährlich ins All. Die Kosten pro Start explodierten auf 500 Millionen Dollar - damit kostet der Start einer Fähre halb so viel, wie Präsident George W. Bush für sein neues Mars- und Mondprogramm extra beantragen will.

Doch dessen ungeachtet waren die Shuttles für die NASA ein riesiger Erfolg. Seit die "Columbia" am 12. April 1981 als erste Fähre in den Orbit abhob, absolvierten die Shuttles über 100 Flüge und brachten Dutzende Ladungen ins All. Ohne die Raumfähren wäre der Bau der Internationalen Raumstation ISS nicht möglich gewesen, und das Hubble-Teleskop hätte nie in die entferntesten Regionen des Alls blicken können.

Die Katastrophen

Überschattet wurde der Erfolg jedoch durch zwei Katastrophen: der Explosion der "Challenger" kurz nach dem Start am 28. Jänner 1986, bei der alle sieben Astronauten an Bord starben, und dem Absturz der "Columbia" am 1. Februar 2003, bei dem ebenfalls alle sieben Insassen ums Leben kamen.

Die "Columbia"-Katastrophe besiegelte zugleich auch das Schicksal der Fähren. Das Weiße Haus und die NASA begannen eine Überprüfung des gesamten Raumfahrtprogramms, und Mitte Jänner verkündete Präsident George W. Bush dann seine neue "Vision". Die Amerikaner sollen mit neuen Raumschiffen zum Mond zurückkehren und von dort aus zum Mars aufbrechen. Die Shuttles haben diesen Plänen zufolge im Jahr 2010 nach 30 Jahren endgültig ausgedient. (APA/dpa)

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