Ausgezeichnete Forschung

30. Jänner 2004, 14:15
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Novartis Preise 2003 in Wien überreicht

Wien - Mechanismen, die zu Gelbsucht und anderen Lebererkrankungen führen, die Aufklärung von Struktur und Funktion von RNA-Erbsubstanz-Molekülen sowie chronische Entzündungen als Ursache für Gefäßverkalkung (Atherosklerose). - Dies sind jene Projekte österreichischer Wissenschafter, die am Freitag mit den Novartis Preisen 2003 bedacht wurden. Die Überreichung fand am Forschungsinstitut des Konzerns in Wien statt.

Michael Trauner

"Wir haben Mechanismen entdeckt, die zur Störung der Sekretion von Gallensäuren führen. Die Leberzellen haben für den Abtransport von toxischen Stoffen verschiedene molekulare 'Pumpen'. Wir untersuchen auch schon verschiedene Substanzen, die man zur Normalisierung solcher Störungen verwenden könnte", erklärte Univ.-Prof. Dr. Michael Trauner von der Klinischen Abteilung für Gastoenterologie und Hepatologie der Universitätsklinik in Graz bei einer Pressekonferenz. Der Wissenschafter erhielt die Auszeichnung für den Fachbereich Medizin.

Bei chronischen und akuten Leberentzündungen (Hepatitis), Fettleber und Leberzirrhose kommt es zu Störungen bei der Ausscheidung von körpereigenen oder anderen toxischen Substanzen. Das - so der Grazer Wissenschafter - lässt sich oft auf die Verringerung von Transportsystemen der Leber zurückführen. Hier könnten spezifisch wirkende Medikamente in Zukunft eine wesentliche Bereicherung der Behandlungsmöglichkeiten darstellen.

Norbert Leitinger

Univ.-Doz. Dr. Norbert Leitinger vom Institut für Gefäßbiologie und Thromboseforschung der Universität Wien erhielt den Preis für Biologie. Er hat in den vergangenen Jahren unter anderem die Beteiligung von chronischen Entzündungen und freien Radikalen an der Entstehung der Gefäßverkalkung (Atherosklerose) belegt. Außerdem entdeckte er einen negativen Kontrollmechanismus für Immunreaktionen nach der Infektion durch Gram-negative Bakterien. Das ist ein Regulationssystem, das den Organismus vor der Entstehung einer Sepsis schützt.

Ronald Micuraq

Der Innsbrucker Wissenschafter Univ.-Prof. Dr. Ronald Micuraq (Institut für Organische Chemie) wurde schließlich mit dem Novartis Preis für Chemie ausgezeichnet. Er und sein Team unterrsuchen die RNA-Erbsubstanz. Dabei geht es um die Analyse von Struktur und Funktionen dieser Form der genetischen Information, die eine zentrale Rolle in der Produktion von Proteinen in Zellen spielt. So synthetisierte Micura auch künstliche RNA-Moleküle mit Selen-Atomen, die leichter per Röntgenstruktur-Analyse untersucht werden können. Die Novartis Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert. (APA)

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