Gefährliche Vogelgrippe

30. Jänner 2004, 22:03
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Entdecker des Sars-Virus warnt: Derzeitige Situation hat alle Ingredienzien für eine neue Influenza-Pandemie

Wien - Die Gefahren der derzeit in Asien grassierenden Vogelgrippe sind weit größer als jene der Sars-Epidemie vor einem Jahr. Diese dramatische Warnung sprach am Freitag in Wien einer der Entdecker des Sars-Virus, der Virologe Albert Osterhaus aus.

Die derzeitige Situation mit der Vogel-Influenza habe alle Ingredienzien für eine neue Influenza-Pandemie. 1957 seien bei einer solchen Seuche zwei Millionen Menschen gestorben. Kein Land der Welt sei ausreichend vorbereitet, so der Wissenschafter, der am Freitag den Novartis-Preis für Life-Sciences-Wissenschafter erhielt.

Sars als Beispiel

Osterhaus hielt am Freitag den Festvortrag bei der Überreichung der Novartis Preise 2003 für österreichische Life Sciences-Wissenschafter am Novartis Forschungsinstitut in Wien. Doch Sars ist für den Experten nur ein Beispiel: "Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gesehen, dass Krankheitserreger von Tieren auf den Menschen überspringen. Bei Sars ist es durch eine enorme internationale Anstrengung gelungen, die Ausbreitung zu verhindern. Doch die Sars-Erreger sind längst nicht so infektiös wie Influenza-Viren. Würde aus der Vogelgrippe eine von Mensch zu Mensch übertragbare Krankheit entstehen, könnten wir eine Ausbreitung wahrscheinlich nicht verhindern. Influenza-Viren sind einfach zu infektiös und verbreiten sich wie ein Buschfeuer." (APA)

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