Verschlechterung für Frauen in Pflegeausbildung

30. Jänner 2004, 11:47
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Beihilfen-BezieherInnen während der Ausbildung nicht mehr pensions- und arbeitslosenversichert

Menschen in Ausbildung, die die Beihilfe zur Deckung des Lebensunterhalts (DLU) beziehen, sind seit 1. Jänner weder pensions- noch arbeitslosenversichert. Dieser Verlust trifft vor allem Frauen, die sich als Pflegehilfe ausbilden lassen, betont AK-Präsident Johann Kalliauer in einer Aussendung. Er fordert die sofortige Rücknahme der Gesetzesänderung, weil sie neben der "finanziellen Verschlechterung für tausende Frauen auch ein Anschlag auf die Ausbildung für einen dringend benötigten Sozialberuf darstellt."

Rund 2000 Menschen allein in Oberösterreich wurde die Pensions- und Arbeitslosenversicherung gestrichen – und zwar so plötzlich, dass viele von ihnen noch gar nichts davon wissen. Künftig werd es immer mehr Betroffene geben. Sie alle verlieren notwendige Pensionsbeitragsmonate und können während ihrer Ausbildung – meist zur PflegehelferIn – auch keine neue Anwartschaft für die Arbeitslosenversicherung erwerben. Außerdem sind Praktikumsplätze viel schwerer zu finden als bisher: Das jeweilige Unternehmen muss die PraktikantIn voll versichern und damit Kosten übernehmen.

"Der Pflegebedarf in unserer Gesellschaft steigt stark. Gleichzeitig bestraft die Regierung aber genau jene, die sich für eine Pflegeausbildung entscheiden", kritisiert Kalliauer weiter. "Damit setzt sie ihren Kurs fort, in dem Vermögende begünstigt werden, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jedoch geschröpft. Die AK verlangt die Rücknahme dieser "frauenfeindlichen und unsozialen neuen Regelung".(red)

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