Deutsche Telekom dementiert Einstieg bei UTA

30. Jänner 2004, 10:49
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Konzernvorstand Reiss: Wollen keinen Festnetzanbieter für Consumer in Österreich kaufen

Berlin/Wien - Die Deutsche Telekom ist an einem Einstieg beim größten alternativen Telekom-Anbieter Österreichs, der UTA, nicht interessiert. Dies erklärte Deutsche Telekom-Vorstand und T-System-Chef Konrad Reiss am Donnerstag vor Journalisten in Berlin.

Die Deutsche Telekom habe ihre Position im vergangenen Jahr zwar deutlich verbessert und ihren Schuldenstand reduziert, sei aber noch immer nicht in der Lage, große Akquisitionen tätigen zu können. Außerdem habe die Deutsche Telekom - selbst wenn sie zu größeren Übernahmen in der Lage wäre - kein Interesse, in Österreich einen Festnetzanbieter für den Consumer-Bereich zu kaufen, betonte Reiss.

Neue IP-Netzwerke

Für den Geschäftskundenbereich sei entscheidend, dass man in der Lage neue IP-Netzwerke (Datennetze) zu errichten. Hier sei T-Systems in Österreich aber ohnehin bereits "gut aufgestellt". Auch an dem Leitungsnetz der UTA ist die Deutsche Telekom nicht interessiert. Um zu wachsen, müsse man heute keine Netzwerke mehr kaufen, so der Deutsche Telekom.

Die UTA gehört derzeit zu 25 Prozent (plus eine Aktie) der Raiffeisen-Gruppe, der Rest - 75 Prozent minus einer Aktie - wird von den acht Landesenergieversorgern gehalten. UTA-Vorstand Romed Karre hatte zuletzt den Einstieg eines internationalen Telekom-Unternehmens als Partner nicht ausgeschlossen.

"Breitband-Internetmarkt wird jetzt verteilt"

Einen Schwerpunkt legt die UTA heuer auf schnelle Internetanschlüsse. "Der Breitband-Internetmarkt wird jetzt verteilt", betonte Schwertner. Dabei geht es nun vor allem um den Ausbau von ländlichen Regionen, der mit Landesförderungen gestützt wird.

Nach Niederösterreich, wo die flächendeckenden Breitband-Internet-Aufträge bereits an die EVN- und Landestochter Nökom vergeben wurde, soll nun auch Oberösterreich ein flächendeckendes Breitband-Netz erhalten. Ende Februar will das Land eine Offensive zur IT-Vollversorgung starten. "Wir werden die Ausschreibung prüfen und uns mit einem rentablen Modell bewerben", so Schwertner. Weitere Ausschreibungen seien in Kärnten, Tirol, dem Burgenland und der Steiermark zu erwarten, so Schwertner.

Förderungen zu gering

Die Förderungen müssten deutlich erhöht werden, die dafür vom Bund bereitgestellten 10 Mio. Euro seien zu wenig, betonte Schwertner. Nach Berechnungen der Telekom Austria (TA) bräuchte es 500 Mio. Euro an Förderungen, um eine digitale Kluft in Österreich zu vermeiden.

Bei den Telefon- und Internetkunden und vor allem im Breitband-Internetbereich hat die UTA als größter alternativer Betreiber 2003 teils stark zugelegt. Die Zahl der Telefonkunden stieg um 13 Prozent auf 520.000, die Internetkundenzahl erhöhte sich um 4,5 Prozent auf 345.000, so Schwertner. Die Zahl der Breitband-Internetkunden wuchs um 64 Prozent auf 24.000 ADSL- und XDSL-Kunden. Dieser Wert soll heuer um weitere bis zu 12.000 Kunden gesteigert werden, prognostiziert Schwertner. (APA)

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