Israelischer Botschafter setzt auf zweiten Gefangenenaustausch

30. Jänner 2004, 14:57
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Deutschland habe sich bei erster Aktion sehr bewährt

Köln - Der israelische Botschafter in Berlin, Shimon Stein, setzt auf deutsche Vermittlung auch bei einem weiteren Gefangenenaustausch zwischen Israel und Arabern. Im ARD-Morgenmagazin nannte der Diplomat am Freitag die erfolgreiche Übergabe von Köln nur den "ersten Teil" eines umfassenden Austauschs. Zugleich würdigte Stein die Rolle Deutschlands bei der Aktion vom Donnerstag.

Das Erfolgsgeheimnis sei, dass die Deutschen Vertrauen auf beiden Seiten genössen, sagte der Botschafter, und das nicht erst seit dem jüngsten Austausch. Dieses Vertrauen sei ausschlaggebend für den Erfolg gewesen. Die Geheimdienstleute hätten gute Kenntnisse und den Beteiligten entsprechende Angebote gemacht, sagte Stein, ohne Einzelheiten zu nennen.

Bei dem von ihm erhofften zweiten Teil des Austauschs soll das Schicksal des 1986 über Libanon abgeschossenen Kampfpiloten Ron Arad aufgeklärt werden. Dieser zweite Teil sei genauso wichtig wie der erste, sagte der israelische Botschafter. Sein Land sei Arad und dessen Familie schuldig, "ihn nach Hause zurückzuholen", fügte Stein hinzu. Der Botschafter warnte die Hisbollah, weitere Entführungen von Israelis würden Folgen haben. Über deren Art wolle er sich nicht äußern, weil er hoffe, dass es trotz entsprechender Drohungen doch nicht dazu kommen werde. (APA/AP)

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