Milliardenstrafe für "ExxonMobil"

30. Jänner 2004, 22:05
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Gericht erhöhte Schadenersatzsumme für Tankerunglück 1989 - Fast 2000 Kilometer Küste vor Alaska wurde verseucht

New York - Die "ExxonMobil" Corporation soll für die Exxon-Valdez-Tankerkatastrophe im Jahr 1989 eine Strafe von 4,5 Milliarden Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro) plus Zinsen zahlen. Dies hat der weltgrößte Mineralölkonzern am Mittwochabend bestätigt. Die zusätzliche Zinszahlung wurde in US-Medien auf 2,25 Milliarden Dollar beziffert.

Der Fall war von einem Berufungsgericht an das Bezirksgericht in Alaska und den dortigen amtierenden Richter zurückverwiesen worden. Dieser hob die Strafe von vier Milliarden Dollar auf 4,5 Milliarden Dollar an.

"ExxonMobil" will dagegen erneut Berufung einlegen. Die Firma begründete dies mit den Richtlinien des Berufungsgerichts und des obersten US-Bundesgerichts. Das Unternehmen habe bereits 3,2 Milliarden Dollar an Entschädigungen und für die Säuberungsarbeiten zur Beseitigung der Ölpest gezahlt, erklärte die Konzernleitung.

50 Millionen Liter Öl

Die Exxon Valdez war seinerzeit vor Alaskas Küste auf Grund gelaufen und leckgeschlagen. Aus dem Wrack des riesigen Tankers liefen mehr als 50 Millionen Liter Öl aus, die Zehntausende Seevögel verenden ließen. Es handelte sich um das schwerste Tankerunglück in US-Gewässern. Das ausgetretene Öl hatte fast 2000 Kilometer Küste verseucht.

Mitte der 90er-Jahre war Exxon zu fünf Milliarden Dollar Schadenersatz verurteilt worden, später wurde diese Summe auf vier Milliarden gesenkt. Das Unternehmen legte jedoch immer wieder Rechtsmittel ein und wollte nur 40 Millionen Dollar zahlen.

Erst im Dezember des Vorjahres hatten US-Forscher im Fachjournal Science (Bd. 302, S. 2082) berichtet, dass diese Tankerkatastrophe noch immer die Tier- und Pflanzenwelt beeinträchtigt. In den flachen Uferzonen sei viel mehr Rohöl verblieben als bis dahin vermutet. Die Forscher forderten, diese langfristigen Auswirkungen bei der Gefahrenabschätzung von Ölunfällen stärker zu berücksichtigen. (Reuters, dpa, DER STANDARD Printausgabe 30.1.2004)

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