"Österreichs Probleme sind hausgemacht"

30. Jänner 2004, 19:54
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Wifo-Studie kritisiert die Wirtschafts­politik und Darstellungen der Regierung

Wien - Österreichs Position auf dem Weg der EU zur wettbewerbsfähigsten Wirtschaft ist nicht ganz großartig, wie das die Regierung vergangen Woche dargestellt hat. Das geht aus einer Studie des Wifo im Auftrag der Arbeiterkammer (AK) hervor, in der die verschiedenen Indikatoren, die Österreich in Summe angeblich auf den dritten Platz im EU-Fortschrittsbericht zu den Lissabon-Zielen vorrücken ließen, differenziert dargestellt werden.

Viele Verschlechterungen

Der Wifo-Analyse zufolge hat sich Österreich bei 7 von 14 Indikatoren verschlechtert, bei fünf blieb es gleich und nur in zwei Fällen (Produktivität und F&E-Ausgaben) habe es Verbesserungen gegeben. Die Indikatoren aufzusummieren und alle Länder in einen Topf zu werfen sei nicht sinnvoll, meinte Wirtschaftsforscher und Studienautor Ewald Walterskirchen. Auch der Europäische Rat und die Kommission hätten schon vor einem Gesamtranking der Nationen nach einem solchen heterogenen ungewichteten Indikatorenschema gewarnt.

Gerade im Bereich Arbeitsmarkt, aber auch Bildung, Forschung & Entwicklung ortet die Studie Defizite. "Wenn Österreich seine Position beim Lebensstandard halten will, sind Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung und Informationstechnologien notwendig", so Walterskirchen. In der aktuellen Entwicklung Österreichs sei aber "praktisch alles hausgemacht", weil ja auch alle anderen EU-Länder von den internationalen Wirtschaftstrends betroffen seien. (DER STANDARD Printausgabe, 30.1.2004, APA)

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