Musterschüler bei "E-Government"

30. Jänner 2004, 18:16
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Laut neuer Studie liegt Österreich im europaweiten Vergleich auf Rang 4

Wien – Die Bürgerkarte wird als eine der wichtigsten Vo^raussetzungen für eine Weiterentwicklung der elektronischen Verwaltung angesehen. Derzeit bieten die meisten Dienste zwar schon interaktive Elemente wie etwa ein he^runterladbares Formular auf der Webseite an. Das Ziel,‑ dass ganze Verwaltungsabläufe elektronisch abgewickelt werden können, wird jedoch erst möglich, wenn aufgrund einer Karte mit Signaturfunktion eine eindeutige Identifizierung möglich ist.

Doch ist Österreich bei diesen Entwicklungen auf gutem Weg: Die jährlich vom Beratungsunternehmen Cap Gemini Ernst & Young (CGEY) bei 18 europäischen Ländern durchgeführte Untersuchung über die Fortschritte bei der Einführung der elektronischen Verwaltung attestiert Österreich in der jüngsten Untersuchung Rang 4. Damit ist Österreich vom Rang 11 im Vorjahr und Rang 13 vor zwei Jahren stetig aufgestiegen, erläutert Jürgen Tiefenbacher von CGEY.

Neben der Einführung sig^naturfähiger Karten ist für Reinhard Posch, als Chief Information Officer des Bundes verantwortlich für die Implementierung des E-Government, außerdem notwendig: Ein Standarddokumentenregister zum elektronischen Nachweis von Unterlagen. Eine Amtssignatur, die erlaubt, ein digitales amtliches Schreiben so auszudrucken, dass es auch auf Papier als Dokument anerkannt wird. Außerdem: Der ganze Komplex der elektronischen Zustellung digitaler Schriftstücke und Urkunden. Alle diese Dienste sind derzeit in ihren Anfängen, oder, wie das Zentrale Melderegister, bereits aufgebaut.

Laut Christian Rupp, zuständiger Exekutivsekretär, war der Aufbau eines "Masterpools" im Laufe des letzten Jahres Grund dafür, weshalb Österreich reüssiert hat. In diesem Pool werden alle derzeit rund 180 Projektvorhaben gesammelt und beschrieben mit dem Ziel, dass es möglichst zu keinen Doppelgleisigkeiten kommt. Rupp: "Es muss nicht jede Gemeinde das Rad neu erfinden."

Interessantes Detail aus der CGEY-Untersuchung: Alle teilnehmenden Mitgliedstaaten haben insbesondere die Dienste besonders forciert, bei denen es um "einnahmengenerierende Dienste" geht. Das Zahlen von verschiedenen Steuern ist für viele Private und Firmen in Europa bereits durchgehend onlinefähig. (Johanna Ruzicka/DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2004)

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