Räuberisches Bakterium als Killer

30. Jänner 2004, 00:56
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Veränderte Mikrobe soll als "lebendes Antibiotikum" dienen

Tübingen/Washington - Ein räuberisches Bakterium kann einer deutsch-britischen Studie zufolge selbst als Killer gegen Krankheitserreger wirken. Das Bakterium hefte sich zunächst an bestimmte Wirtsbakterien an, um dann in sie einzudringen und sie von innen zu verzehren. Das berichtet die Forschergruppe um Stephan Schuster vom Tübinger Max-Planck-Institut für Entwicklungsbiologie in der US-Fachzeitschrift "Science" (Nr. 303, S. 689) vom Freitag.

Die Mikrobe sei auch ein guter Kandidat, um direkt neue Antibiotika zu liefern. Die Forscher wollen das Bakterium nun so verändern, dass es als "lebendes Antibiotikum" dienen kann.

Keine Säugetierzellen befallen

Neben der kompletten Erbgutsequenz von "Bdellovibrio bacteriovorus" seien auch die biochemischen Reaktionen des kleinen Räubers aufgeklärt worden, mit dem er andere Bakterien tötet. Für einen Einsatz in der Medizin bringe der Einzeller eine wichtige Eigenschaft mit: Er befällt keine Säugetierzellen und ist somit für Menschen nicht bedrohlich.

Die Wissenschafter konnten auch zeigen, dass "Bdellovibrio bacteriovorus" im Tierversuch keine Reaktion des Immunsystems hervorruft. Das Interesse der Forscher weckten zudem Enzyme, die es produziert. Diese könnten möglicherweise zu neuen anti-mikrobiellen Medikamenten verarbeitet werden. An dem Projekt waren auch Wissenschaftler der Universität Nottingham und Bielefeld beteiligt. (APA/dpa)

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