Styria will "Wirtschaftsblatt"

30. Jänner 2004, 10:35
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Einstieg bei Muttergesellschaft ET Multimedia steht bevor

Mitte Dezember berichtete DER STANDARD erstmals über Pläne der Styria Medien AG, beim Wirtschaftsblatt einzusteigen. Der erste Schritt - zumindest 25,1 Prozent an der Muttergesellschaft ET Multimedia - steht nun bevor, bestätigt Styria-Chef Horst Pirker: "Es kann nicht mehr lange dauern."

Die Styria ist mit einem Jahresumsatz von rund 400 Millionen Euro drittgrößter Medienkonzern des Landes nach ORF und Mediaprint. Eigentümer ist eine Stiftung mit katholischem Hintergrund. Die Styria gibt neben der "Kleinen Zeitung" "Die Presse" heraus. Alleine ist die für Pirker "kein strategisches Feld".

Mitgift Magazine

Die ET Multimedia setzt rund 40 Millionen Euro um. Ihr gehören 50 Prozent am "Wirtschaftsblatt", die andere Hälfte hält der schwedische Verlagsriese Bonnier. Weil der über ein Vorkaufsrecht für die Zeitungsanteile verfügt, muss die Styria über die Mutter einsteigen. So beteiligt sie sich auch an einem Bündel kleinerer Magazine von "Wiener", "Wienerin" und "Diva" bis "Option" und "New Business".

"Es wird sich was bewegen müssen" in dieser Palette von Magazinen, sagt Pirker. Das sei "keine Ankündigung großer Magazinpläne", zunächst gehe es darum, das Portfolio "bestmöglich zu managen".

Was kostet ein solches Sammelsurium plus 50 Prozent am "Wirtschaftsblatt" und 49 Prozent am Wiener Kabelkanal go tv? "Sehr günstig, kann ich nur empfehlen", sagt Pirker.

Einsteigen soll die Styria über eine Kapitalerhöhung, Anteile bisheriger Gesellschafter reduzieren sich im Verhältnis. Derzeit hält die Unternehmens Invest AG (UIAG) laut APA 27 Prozent, Imperial Kapitalbeteiligungsgesellschaft 20 Prozent, Radda & Dressler Holding AG 14 Prozent, die Deutsche Beteiligungs AG 13 Prozent, Deutsche Beteiligungsgesellschaft Fond III GmbH 13 Prozent; Verlagsgründern, Management und Mitarbeitern gehören 13 Prozent.

Den von "Format" mit vier Millionen Euro kolportierten Umfang der Kapitalerhöhung will Pirker nicht kommentieren. Warum braucht die ETM eine Kapitalerhöhung? "Wir brauchen keine", entgegnet Vorstand Michael Geringer. "Wenn wir weitermarschieren wollen", ist ihm aber "Geld immer willkommen".

"Himmelschreiend"

Vorstellen kann sich Pirker, "Die Presse" in die ETM einzubringen. Wohl erst, wenn die Styria dort die Mehrheit hat.

Mit Einwänden der Kartellbehörden oder -gerichte rechnet Pirker nicht: "In einem Land, in dem die Mediaprint möglich war und die Magazinfusion" wären kartellrechtliche Einwände gegen ein solches Vorhaben "eine himmelschreiende Ungerechtigkeit".

Weiteres "Szenario" ist für Pirker eine Kooperation der ETM mit dem STANDARD. Zusammenarbeit von STANDARD und "Presse" über die gemeinsame Hauszustellung hinaus beredeten die beiden Verlage schon vor längerem ohne Ergebnis. Derzeit finden laut Pirker und STANDARD-Gesellschafter Oscar Bronner darüber keine Gespräche statt.

Das "Wirtschaftsblatt" wird bisher von der Mediaprint gedruckt und vertrieben. Ob das so bleibt, habe dessen Management zu entscheiden, sagt Vorstandschef Pirker. (Harald Fidler/DER STANDARD, Printausgabe, 30.1.2004)

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