JVP will nur sechs Monate Wehrdienst

30. Jänner 2004, 14:49
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Fuhrmann: Grenzeinsatz frühestens nach dem vierten Monat - Freiwillige Weiterverpflichtung möglich machen - SJÖ begrüßt Einlenken

Wien - Die Junge ÖVP (JVP) will die Wehrpflicht von bisher acht auf sechs Monate reduzieren. JVP-Obfrau Silvia Fuhrmann begründete diese Forderung am Donnerstag in einer Aussendung mit den "Zwischenergebnissen" der Bundesheer-Reformkommission. Bestehen bleiben sollte die Möglichkeit für eine freiwillige Weiterverpflichtung, so Fuhrmann. Kapazitätsprobleme bei den Milizsoldaten könnten vermieden werden, wenn ein "aktives Anreiz- und Benefitsystem" geschaffen würde. Fuhrmann widerspricht damit ihrem Parteifreund Verteidigungsminister Günther Platter. Dieser hatte sich in der Vorwoche für eine Verkleinerung des Heeres, vorerst aber gegen eine Verkürzung des Präsenzdienstes ausgesprochen.

"Als Folge der Erkenntnisse der Bundesheerreformkommission sind sechs Monate für den Wehrdienst genug," so Fuhrmann. Dass diese Forderung auch umsetzbar sei, zeigten erste Gespräche mit hochrangigen Militärexperten. Die Aussetzung der Truppenübungen wurde von der JVP-Chefin begrüßt. Alle im Milizstand befindlichen Soldaten sollten die Wahl haben, mit sofortiger Wirkung auszuscheiden.

Fuhrmann forderte zudem, dass Präsenzdiener nur nach der vollständigen Ausbildung, frühestens aber nach dem 4. Präsenzmonat, zum Grenzeinsatz herangezogen werden sollen.

Sozialistische Jugend begrüßt das Einschwenken der JVP

Andreas Kollross, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), begrüßt das Einschwenken von JVP-Chefin Fuhrmann hinsichtlich der Wehrdienstverkürzung auf die Linie der Sozialistischen Jugend. Kollross betont aber, dass es in dieser Sache nicht bei bloßen Lippenbekenntnissen bleiben darf: "Die Erkenntnis, dass der Wehrdienst auf zumindest sechs Monate verkürzt werden muss, ist löblich. Dennoch muss die JVP nun ihre Forderung durch konkrete Taten unterstreichen."

Kollross kann sich durchaus noch eine drastischere Verkürzung vorstellen – so beispielsweise auf vier Monate. Auch ist es für Kollross unabdinglich, dass diese Verkürzungen den Zivildienst in gleicher Weise betreffen. "Die Forderung nach einer Wehrdienstverkürzung sollte auch jenen jungen Menschen zugute kommen, die ihren Wehr- oder Zivildienst im Augenblick ableisten müssen. Es gibt keinen triftigen Grund für Verzögerungen. Nun muss Fuhrmann sich bei den MilitaristInnen innerhalb der eigenen Partei durchsetzen. Ich schlage vor, dass sie bei Parteifreund Platter anfängt", so Kollross abschließend. (APA/red)

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    Fuhrmann will einen kürzeren Wehrdienst

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