Federer Finalgegner von Safin

30. Jänner 2004, 20:59
posten

Schweizer nach glattem Halbfinal-Sieg über Ferrero auch neue Nummer eins

Melbourne - Roger Federer sank auf die Knie und reckte die Arme gen Himmel, Edel-Fan Martina Hingis strahlte auf der Tribüne: Mit unerwarteter Leichtigkeit ist der Wimbledon-Sieger am Freitag in sein erstes Australian-Open-Finale gestürmt und als erster Schweizer Tennis-Profi auch an die Spitze der Herren-Weltrangliste. In einem spannungslosen Halbfinale vollzog Federer mit 6:4, 6:1, 6:4 gegen den nicht fitten French-Open-Champion Juan Carlos Ferrero aus Spanien den Sprung auf Platz eins. Am Sonntag (04.00 Uhr MEZ) kann er gegen den Russen Marat Safin seinen hervorragenden Start ins neue Jahr mit dem Titel krönen. Safin hatte am Donnerstag Andre Agassis Ära in Australien in einem Fünf-Satz-Drama beendet.

Freude und Lob für den Gegner

Vor seinem Semifinale hatte Federer den möglichen Sprung auf den Tennis-Thron als zweitrangig eingestuft, aber nach dem nur 89 Minuten dauernden Match und seiner Geste der Freude gestand er: "So einen Moment gibt es nur einmal im Leben, und den wollte ich genießen. Manchmal habe ich ein Pokerface, doch am Ende war ich richtig nervös. Jetzt bin ich die Nummer eins, und es ist toll. Die Schweiz wird wieder ausflippen." Für Finalgegner Safin hatte der Baseler, der seit der Trennung von Peter Lundgren im Dezember ohne Trainer ist, nur Lob parat: "Er ist einer meiner Lieblingsspieler und auch menschlich ein toller Typ. Wir freuen uns alle, dass er wieder da ist - und etwas Angst haben wir auch."

Federer ist als 23. Spieler seit Einführung der Computer-Rangliste bei den Herren top und löst in der offiziell Entry List genannten Wertung Andy Roddick ab. Der Amerikaner war im Viertelfinale an Safin gescheitert und fällt auf Rang drei hinter Ferrero zurück, der im Fall des Turniersieges zum zweiten Mal die Spitze erobert hätte.

Verletzung behinderte Ferrero

Anders als beim fast vierstündigen Ringen zwischen Agassi und Safin im ersten Halbfinale neigte sich die Waage früh zu Gunsten von Federer. Im ersten Satz machte der 22-Jährige nach Abwehr von vier Breakbällen noch das Spiel zum 4:3. Nach dem 4:4 holte sich der Eidgenosse acht der nächsten neun Spiele zur 2:0-Satzführung und im dritten Durchgang schließlich das entscheidende Break zum 4:3.

US-Open-Finalist Ferrero wirkte müde, zudem ist der 23-Jährige seit einigen Tagen durch eine Leistenverletzung behindert. Schon im November hatte Federer ihn auf dem Weg zum Gewinn des Masters-Cups klar bezwungen. "Nur wenn ich hundertprozentig fit gewesen wäre, hätte ich eine Chance gehabt. Ich hatte die ganze Zeit Schmerzen, und es war schwer, sie nicht zu fühlen", sagte Ferrero entschuldigend. (APA/dpa)

Roger Federer

Geb.: 8. August 1981 in Basel
Wohnort: Bottmingen (SUI)
Größe/Gewicht: 1,85 m, 80 kg
Profi seit 1998
Turniersiege: 11 Einzel und 6 Doppel. Größte Erfolge: Wimbledon-Sieger 2003 und Sieger Masters-Cup 2003, Spieler des Jahres 2003. Erster Schweizer an der Spitze der ATP-Weltrangliste.
Preisgeld bisher: 7.738.000 Millionen Dollar

  • Keine Frage, Roger Federer wird auch im Finale schwer zu biegen sein.

    Keine Frage, Roger Federer wird auch im Finale schwer zu biegen sein.

Share if you care.