Prozess in Salzburg: Mit Sex-Hotlines Telekom betrogen

29. Jänner 2004, 17:35
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Gesamtschaden rund 148.000 Euro

Mit dem Anmieten von Mehrwertnummern bei der Telekom Austria - es handelte sich vorwiegend um Sex-Hotlines - sollen zwei Kroaten kräftig kassiert haben. Die beiden Männer, die heute, Donnerstag, vor einem Salzburger Gericht standen, hätten "teils mit gestohlenen und auf fiktive Personen angemeldete Handys" eigene Nummern angerufen und dadurch einer kroatischen Telefongesellschaft - ein Subunternehmen der Telekom - einen Schaden von rund 148.000 Euro zugefügt", lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft Salzburg.

Schuldig

Die beiden Beschuldigten bekannten sich zum Vorwurf des gewerbsmäßigen Betruges schuldig. Sie führten die Anrufe von August 2002 bis Ende März 2003 von Mondsee (OÖ), Salzburg, Kroatien und Slowenien aus durch. Den zweiten Anklagepunkt, sie hätten sich mit weiteren Personen in einer kriminellen Bande vereinigt, bestritten sie allerdings heftig.

Der Erstangeklagte, ein 34-jähriger arbeitsloser Kroate, habe mit der Telekom einen Vertrag abgeschlossen, wonach die Telefongesellschaft ein Drittel der anfallenden Gebühren, der Mieter - in diesem Fall der Kroate - zwei Drittel des Betrages einnehme, erläuterte Staatsanwalt Thomas Wegleiter. Es sei mit 3,64 Euro in der Minute die höchste Tarifstufe verrechnet worden. Später sei dann auch ein Bekannter des Beschuldigten, ein 43-jähriger, bisher unbescholtener Kroate, ins Geschäft eingestiegen.

Telefonate "bis zur systembedingten Abschaltung"

Mit "unredlichen" Handys hätten die beiden Landsmänner Telefonate "bis zur systembedingten Abschaltung" geführt, wodurch "exorbitante Gebühren entstanden", erläuterte der Staatsanwalt. Nach einer ersten Telefonabrechnung im September 2002 heimste der Erstangeklagte einen Gewinn von 6.000 Euro ein. Weitere 44.000 Euro aus der zweiten Abrechnung vom Jänner 2003 haben sich dann beide Beschuldigten geteilt.

Der Verteidiger des 34-jährigen Kroaten, Peter Cardona, warf der Telekom ein "erhebliches Mitverschulden" und "Ungenauigkeit" vor. Der Kontrollmechanismus der Telefongesellschaft habe "komplett versagt".

Auch die Telefongesellschaft Telering stellte einen Schaden fest, die Privatbeteiligte gab einen Betrag von rund 2.260 Euro an. Am frühen Nachmittag werden noch Zeugen einvernommen. (APA)

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