Guantánamo: Annan warnt vor neuen Märtyrern

30. Jänner 2004, 15:06
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UN-Generalsekretär fordert elementare Menschenrechte für die Gefangenen auf Kuba

Brüssel - Eine menschenwürdige Behandlung für die Gefangenen des Afghanistan-Konflikts auf dem US-Stützpunkt Guantánamo Bay auf Kuba hat der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, gefordert. "Wir müssen in unserem Kampf gegen den Terrorismus aufpassen, die Menschenrechte und Bürgerrechte der Beschuldigten zu beachten", sagte Annan am Donnerstag vor Journalisten in Brüssel.

Annan warnte, ohne die Beachtung elementarer Rechte könnten neue Opfer oder Märtyrer des Terrorismus entstehen. Die USA halten auf ihrem Militärstützpunkt auf Kuba ohne ein juristisches Verfahren gegnerische Kämpfer des Afghanistan-Feldzuges gefangen. Unter den Terrorverdächtigen sind auch Jugendliche unter 16 Jahren, wie das US-Militär bestätigte. "Dass die USA nichts dabei finden, Kinder in Guantanamo festzuhalten und zu verhören, ist ein schockierender Hinweis darauf, wie anmaßend die Bush-Regierung in Bezug auf die Achtung der Menschenrechte inzwischen geworden", erklärte ein Sprecher von amnesty international (ai).

"Unrechtsstaaten"

US-Präsident George W. Bush hatte erklärt, die "illegalen Kombattanten" würden "human" behandelt. Der mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete ehemalige US-Präsident Jimmy Carter hatte in einem Beitrag für die "Washington Post" über Guantanamo geschrieben: "All das passt zu Unrechtsstaaten, die von amerikanischen Präsidenten in der Vergangenheit immer verurteilt worden sind."

Die Menschenrechts- und Gefangenenhilfe-Organisation amnesty international (ai) hat an die US-Regierung eindringlich appelliert, die etwa 15 in Guantanamo inhaftierten Uiguren nicht an die Volksrepublik China auszuliefern. Diesen islamischen Separatisten, die in Afghanistan an der Seite von Taliban-Kämpfern den Amerikanern in die Hände gefallen waren, drohe in China Folter und Hinrichtung. Die Regierung in Peking hat von den USA die Auslieferung der auf dem US-Stützpunkt in Kuba gefangen gehaltenen Uiguren verlangt. (APA/dpa/AFP)

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    Eine Aktion von ai in Barcelona.

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