Frankreich: Erneut Anschlag gegen Immigrations-Präfekten

30. Jänner 2004, 15:52
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Dritter Anschlag innerhalb von 12 Tagen - Briefkasten in der Schule seines Sohnes explodiert: Geringer Sachschaden, keine Verletzte

Paris - Bereits zum dritten Mal innerhalb von nur zwölf Tagen hat sich ein Anschlag gegen den neuen Präfekten des ostfranzösischen Departements Jura, Aissa Dermouche, gerichtet. Wie die Polizeibehörden mitteilten, explodierte am Donnerstag in der Früh der Briefkasten einer Oberschule im westfranzösischen Nantes, die einer der Söhne des Präfekten besucht. Es entstand dabei geringer Sachschaden. Verletzt wurde niemand.

Vorhergegangener Anschlag verlief auf glimpflich

Der 57-jährige Dermouche, der aus einer nordafrikanischen Einwandererfamilie stammt, war zuletzt am vergangenen Sonntag Ziel eines Anschlags. Damals explodierte ein Sprengsatz am Eingang der von Dermouche geleiteten Handelshochschule "Audencia" in Nantes und verursachte ebenfalls einen leichten Sachschaden. Zuvor hatten am 18. Jänner Unbekannte das Auto des neuen Präfekten gesprengt.

Dermouche: Symbol für eine "gelungene Integration"

Frankreichs Präsident Jacques Chirac (UMP) hatte den gebürtigen Algerier als Symbol für eine "gelungene Integration" in die französische Gesellschaft zum hohen Verwaltungsbeamten ernannt. Die Täter der ersten beiden Sprengstoffanschläge, die von Frankreichs Politikern einstimmig verurteilt wurden, konnten bisher nicht identifiziert werden. Die Ermittler schlossen auch private Motive nicht aus. (APA)

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    Bereits zum dritten Mal innerhalb von nur zwölf Tagen wurde ein Anschlag verübt, der gegen den neuen Präfekten des ostfranzösischen Departements Jura, Aissa Dermouche, gerichtet war.

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