Anzeigen künftig telefonisch

30. Jänner 2004, 22:05
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Strasser will Callcenter schaffen statt Bürger ins Wachzimmer schicken

Wien - Für eine Anzeige soll man künftig nicht mehr auf ein Wachzimmer gehen müssen, das soll auch telefonisch erledigt werden können. Innenminister Ernst Strasser (V) kündigt in der der "Kleinen Zeitung" an, dass nach dem Meldewesen, dem Pass- und Fundamt auch der Bereich der Anzeigen ausgegliedert werden soll. Dazu soll ein "Callcenter" geschaffen werden.

Spanien als Vorbild

"Ich verstehe überhaupt nicht, warum man eine Anzeige in Österreich nicht telefonisch machen kann. Warum muss hier der Kollege amtshandeln, warum muss der Bürger zum Wachzimmer gehen? Wir wollen die Servicefreundlichkeit für den Bürger erhöhen", erklärt Strasser. Konkret soll ein Callcenter errichtet werden, "wo man anruft und wo dann die Anzeige aufgenommen werden kann. Unsere Leute haben sich das in Spanien angeschaut, dort funktioniert das einwandfrei. Wenn man zum Beispiel einen Führerschein verloren hat, muss man eine Anzeige machen, damit man ein Exemplar wiederbekommt. Ich sehe überhaupt nicht ein, dass ein Gendarm oder Polizist damit aufgehalten werden soll, wenn das leichter geht und auch für den Bürger angenehmer ist."

Eine Nummer für ganz Österreich

Ob ein zentrales Callcenter für ganz Österreich, das mit einer Gratisnummer erreichbar wäre, geschaffen werden soll, ist für Strasser noch eine Frage, die derzeit ausgearbeitet wird. "Ich will nicht sagen, dass dieser Anruf gratis sein wird, aber es wird eine Telefonnummer für ganz Österreich geben, wo man seine Anzeige machen kann." Skeptisch äußert sich Strasser in dem Interview zum Plan von Justizminister Dieter Böhmdorfer (F), dass bei der ersten polizeilichen Einvernahme ein Verdächtiger einen Rechtsanwalt beiziehen darf. "Ich bin dafür, dass die Polizei ihre Arbeit tun darf", erklärt der Innenminister. "Wenn Gefahr im Verzug ist dann muss die Polizei ermitteln können, das ist doch eine Selbstverständlichkeit." (APA)

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