Ex-Cobra, übernehmen Sie

30. Jänner 2004, 19:44
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Früherer Chef ließ sich karrenzieren, um in der Privatwirtschaft mitzumischen - managt nun Katastrophenhilfe und Flugsicherheit

Wien/Baden - Wolfgang Bachler (42), bis vor kurzem noch Cobra-Kommandant und jetzt sein eigener Herr bei der Privatfirma "bachler&partners", wird künftig die Katastrophenhilfe in Oberösterreich managen. Insgesamt hat der Jungunternehmer in Europa und in Südostasien bereits 31 Kunden unter Vertrag, darunter auch eine europäische Fluglinie, die er in Sicherheitsbelangen berät.

Wie DER STANDARD berichtete, ließ sich der Tiroler vom Exekutivdienst karrenzieren, um in der Privatwirtschaft mitzumischen. Mittwoch gaben Bachler und sein Mitarbeiter Herbert Gruber, ebenfalls ein Ex-Cobra-Mann, erstmals Details der neuen Firma mit Sitz in Baden bekannt: 25 Prozent der "crisis and security consulting GmbH" hält Bachler selbst, jeweils 35 Prozent die PR-Agentur Trimedia Communications Austria und die NXI-BeteiligungsGmbH des früheren Innenministers Karl Schlögl (SP). Fünf Prozent gehören dem ehemaligen Kärntner Landeshauptmann Christof Zernatto (VP).

Böswillige Attacken

Die Angebotspalette der Firma ist breit: Sie bietet Analysen von Standortsicherheit ebenso wie Ratschläge für das Verhalten von Mitarbeitern in gefährlichen Ländern oder für den Fall böswilliger Attacken, wie Diebstahl, Spionage und Rufmord. Gerade derartige Attacken seien weltweit im Zunehmen. "89 Prozent der Manager wissen das, aber nur sieben Prozent bereiten sich darauf vor", erklärte Bachler.

Operative Einsätze wird der ehemalige Chef der Eliteeinheit Cobra nicht durchführen: "Wir liefern keine Söldnertruppen, sondern strategische Konzepte und Entscheidungshilfen." Dazu gehört auch eine speziell entwickelte Software, die es ermöglicht, mit Kunden weltweit online und rund um die Uhr zu kommunizieren. In akuten Krisensituationen werden so genannte Go-Teams bereitgestellt, die direkt in betroffene Gebiete und Firmen entsandt werden.

Nach eigenen Angaben verfügt Bachler über ein europaweites Netz von Agenten, die vertraglich exklusiv an seine Firma gebunden sind. Ob er auf Kontakte aus seiner 21-jährigen aktiven Gendarmeriezeit zähle? "Nur so weit, wie das für einen Privatmann zulässig ist", meint Bachler.

Privat und Staat

Eine Zusammenarbeit mit dem Innenministerium könne er sich vorstellen. Bachler ist generell der Meinung, dass die Kooperation zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand enger sein sollte. Denn: "Risikomanagement kann tatsächliche Zwischenfälle um ein Drittel senken und durch schnellere Reaktion eine Kostenersparnis um bis zu 50 Prozent bringen." Oder wie schon Josef "Joki" Kirscher seiner- zeit predigte: rechtzeitig drauf schauen, dass man's hat, wenn man's braucht. (Michael Simoner, DER STANDARD Printausgabe 29.1.2004)

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    Wolfgang Bachler bis vor kurzem noch Cobra-Kommandant ist jetzt sein eigener Herr mit Privatfirma

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