Drei Viertel der Kroaten halten Bestechung für notwendig

29. Jänner 2004, 19:32
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36 Prozent betrachten Schmiergeld als "völlig normal"

Zagreb - Drei Viertel der Kroaten halten Bestechung im täglichen Leben für notwendig. Das geht aus einer kürzlich veröffentlichten Umfrage hervor, die das Marktforschungsinstitut GfK vergangenen Dezember in Kroatien durchführte. Im Juni 2001, als das Institut erstmals entsprechende Daten erhob, meinten noch 40 Prozent der Befragten, dass Bestechung nicht notwendig sei, um seine Ziele zu erreichen.

Im Laufe der vergangenen zwei Jahre stieg der Anteil jener, die Schmiergelder als "völlig normal und Teil des täglichen Lebens" beschrieben, von 29 auf 36 Prozent. Im Jahr 2001 gaben 22 Prozent der Befragten an, selbst Bestechungsgelder zu bezahlen, im Dezember 2003 waren es bereits 45 Prozent. Das Gesundheitssystem und die Justiz werden von den Kroaten als besonders korrupt eingestuft. Ein Viertel der Bürger ist der Meinung, dass im öffentlichen Dienst ohne illegale Geldflüsse nichts ordentlich funktionieren würde. Für 88 Prozent der Befragten ist Kroatien ein korruptes Land.

Auf dem zuletzt im Oktober 2003 veröffentlichten Index der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International werden Kroatien auf einer Skala von 0 ("äußerst korrupt") bis 10 ("äußerst sauber") 3,9 Punkte zugewiesen. Österreich scheint in der Liste mit 8,0 Punkten, Slowenien mit 5,9 Punkten und Russland mit 2,7 Punkten auf. Das laut Index am wenigsten korrupte Land ist Finnland mit einem Wert von 9,7 Punkten. Als besonders korrupt wurde Bangladesch eingestuft, das 1,3 Punkte erreichte. (APA)

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