Rauchende ÖSV-Köpfe vor Garmisch

29. Jänner 2004, 13:51
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Erhält Weltcup-Leader Raich einen Startplatz, muss einmal mehr eines der ÖSV-Abfahrtsasse pausieren - Aufstellung nach heutigem Training

Wien - Nach den Mega-Events in Kitzbühel und Schladming kehrt der Weltcup der Herren Österreich bis Mitte Februar den Rücken. Auf dem Programm steht ein Speed-Wochenende in Garmisch-Partenkirchen, am Freitag und Samstag warten auf Eberharter, Maier und Co. zwei Abfahrten, zum Abschluss folgt am Sonntag ein Super G. Eine interne Qualifikation wird es zwar im ÖSV-Team diesmal nicht geben, die Aufstellung bereitet ÖSV-Herrenchef Toni Giger aber dennoch Kopfzerbrechen. Denn es stellt sich die Frage, ob die Österreicher Gesamt-Weltcup-Leader Benjamin Raich auch in den Abfahrten ins Rennen schicken.

Aufstellung nach Donnerstags-Training

Sollte dies passieren, müsste einmal mehr eines der Abfahrtsasse pausieren. "Ich werde mir die Angelegenheit noch einmal zu Gemüte führen", meinte Giger am Tag nach dem tollen Slalom-Sieg des Pitztalers und verweist auf die Lage im Weltcup: "Benni spielt da derzeit eine sehr gute Rolle." Raich reiste am Mittwochabend nach Garmisch, die Aufstellung werden die Österreicher nach dem ersten und einzigen Abfahrtstraining am Donnerstag (11:00 Uhr) bekannt geben.

Raich: "Konditionell top"

Raich, in der Kitzbüheler Kombi-Abfahrt 22., wäre für den Abfahrtseinsatz bereit, von Müdigkeit ist beim Tiroler trotz des dicht gedrängten Programms keine Spur. "Ich fühle mich konditionell top", versicherte Raich, der seit Sommer 2003 verstärkt die Speed-Disziplinen trainiert und tolle Fortschritte verzeichnet. "Das wichtigste war, dass ich die Möglichkeit bekommen habe, Speed zu trainieren", berichtete Raich, der der neuen Trainingsgruppe "WC4" angehört und Vierter im Lake-Louise-Super-G war.

Knauß gibt sich kämpferisch

Der Sieg wird so wie in der Samstag-Abfahrt über den Zillertaler Stephan Eberharter führen, der sich in Topform befindet und noch dazu im Vorjahr in Garmisch auf der Kandahar-Strecke die Abfahrt gewonnen hat. Konkurrenz bekommt der Kitz-Triumphator vor allem aus dem eigenen Lager. Der Schladminger Hans Knauß wartet etwa nach wie vor auf den ersten Saisonsieg: "In Kitz hat uns der Meister gezeigt, wo es lang geht. Der Zweite ist der erste Verlierer und das will ich nicht immer sein."

Garmisch gedenkt Ulrike Maier

Die Rennen in Deutschland, bei denen die deutsche Pop-Prinzessin Jeanette Biedermann als Stargast fungiert, stehen nicht nur im Zeichen der Feierlichkeiten anlässlich von "90 Jahre Ski-Club Garmisch". Garmisch gedenkt nämlich vor allem der genau vor zehn Jahren in Garmisch verstorbenen Ulrike Maier. Die Salzburgerin war am 29. Jänner 1994 in der Abfahrt bei einer Geschwindigkeit von rund 100 km/h schwer gestürzt und ums Leben gekommen. Am Donnerstag wird Ulli Maier um 19:00 Uhr in der Pfarrkirche Garmisch gedacht, vor der Herren-Abfahrt am Freitag wird es eine Gedenkminute geben.

Giger: "Risiko fährt immer mit"

Auch Herrenchef Giger erinnert sich mit Schaudern an die schrecklichen Szenen. Seitdem wurde punkto Sicherheit einiges unternommen. "Es wird jedes Jahr sehr viel getan, der Sicherheitsstandard ist mittlerweile enorm hoch. Aber in einem Sport, in dem man sich mit Geschwindigkeiten von bis zu 130 km/h bewegt, ist man nie vor derartigen Unfällen gefeit. Das Risiko fährt immer mit", so Giger. (APA)

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    Macht's der Sieger von 2003 auch in diesem Jahr?

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