"Weiße Rose"-Ausstellung kommt nach Graz

28. Jänner 2004, 14:10
1 Posting

Das Schicksal der studentischen NS-Widerstandsgruppe - im März wandert die Schau nach Ebensee weiter

Graz - Vom Frühsommer 1942 bis Februar 1943 fanden Bürger süddeutscher und österreichischer Städte in ihren Briefkästen Flugblätter, die unter dem Titel "Flugblätter der Weißen Rose" zum Widerstand gegen das NS-Regime aufriefen. Sie waren das Werk von fünf Münchner Studenten und einem Professor der Universität München: Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber. Ab dem 3. Februar ist die Ausstellung über die Widerstandsgruppe in Graz zu sehen. Danach wandert sie weiter ins oberösterreichische Zeitgeschichtemuseum Ebensee.

Zivilcourage

"Weiße Rose" nannte sich die im Sommer 1942 aus einem Freundeskreis entstandene Widerstandsgruppe gegen den Nationalsozialismus. Mit ihren Flugblättern wollten sie ein Bewusstsein des Zweifelns wecken, den Glauben an Hitler erschüttern und zum passiven Widerstand animieren. Neben den Flugblättern unternahmen sie noch andere Aktivitäten: So wurden Anti-Hitlerparolen an die Mauern der Universität und anderer Gebäude in München gepinselt.

Am 18. Februar 1943 teilten Hans und Sophie Scholl ihr letztes - sechstes - Flugblatt in den Fluren der Münchner Alma Mater aus. Kurz darauf wurden sie von der Geheimen Staatspolizei verhaftet, vor einen Volksgerichtshof gestellt und gemeinsam mit fünf weiteren Mitglieder der "Weißen Rose" zum Tod verurteilt.

Die Schau

Die Ausstellung, die der Grazer Perplex-Verlag von der "Weiße Rose Stiftung" in München übernommen hat und in der Religionspädagogischen Akademie in Graz-Eggenberg zeigt, gibt auf rund 50 Schautafeln einen Einblick in das Leben der jungen Widerständler, die für ihre Idee von Freiheit mit dem Leben bezahlten. Teilnehmer, Angehörige und Freunde der Münchner Widerstandsgruppe gründeten 1987 die "Weiße Rose Stiftung" in München und haben die Ausstellung "Die Weiße Rose - Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43" entwickelt, die seither als Wanderausstellung durch Deutschland tourt.

Perplex-Geschäftsführer Franz Kirnbauer ist in Budapest auf die Möglichkeit, die Schau auch nach Österreich zu holen, aufmerksam geworden und zeigt sie nun bis zum 20. Februar in Graz. "Die Ausstellung über den Widerstand von Studenten ist besonders für SchülerInnen und Jugendliche geeignet", so Kirnbauer. Begleitet wird die Schau von einem reich bebilderten Katalog. Im Anschluss ist die Ausstellung vom 1. bis 31. März in Museum für Zeitgeschichte in Ebensee zu sehen. (APA)

Ausstellung "Die Weiße Rose - Der Widerstand von Studenten gegen Hitler, München 1942/43", Eröffnung am 3. Februar. Es liest der Grazer Historiker und Buchautor Thomas Karny. Bis 20. Februar, Religionspädagogische Akademie Eggenberg, Georgigasse 85, 8020 Graz.

Freier Eintritt, Mo - Fr 8.00 bis 18.00 Uhr.
  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.