Öffentliche Leistungsbilanz der Kunstakademie Wien

29. Jänner 2004, 14:08
1 Posting

Dreitägiger "Rundgang" durch die Klassen und Ateliers

Wien - "Berufsrisiko" ist für Stephan Schmidt-Wulffen, dem Rektor der Akademie der Bildenden Künste Wien, was seinem Kollegen von der Universität Wien, Georg Winckler, unlängst als "Tortung" widerfuhr. Zwar gebe es auch an der Akademie zahlreiche Probleme und Debatten im Zusammenhang mit der Universitätsreform, "mit Süßigkeiten bin ich aber noch nicht bedrängt worden". Mit einem dreitägigen "Rundgang" durch die Klassen und Ateliers möchte die Akademie eine "Leistungsbilanz" legen und "der Öffentlichkeit ermöglichen zu sehen, was hier mit ihrem Geld gemacht wird", meinte Schmidt-Wulffen heute Vormittag gegenüber Journalisten.

Rundgang als zukünftiges zentrale Ereignis

Bei der Veranstaltung, die am 28. Januar um 18 Uhr mit einer Rede des Rektors und um 19 Uhr mit der Performance "Kanalisierung" in der Aula eröffnet wird, haben die einzelnen Klassen des Hauses Sonderprogramme und Präsentationen ihrer Arbeit vorbereitet, in deren Rahmen auch Lehrer und Studierende für Gespräche zur Verfügung stehen. "Das wird künftig das zentrale Ereignis des Jahres", meinte Schmidt-Wulffen, "wir werden zwar auch die kuratierte Jahresausstellung weiterführen, aber der 'Rundgang' ist auch für die Kommunikation innerhalb des Hauses wichtiger. Wir haben rund 900 Studierende und sind so groß, dass die einzelnen Klassen nicht immer wissen, was in den anderen gemacht wird."

"Schwieriges Haushaltsjahr 2003"

Das "schwierige Haushaltsjahr 2003" habe man mit "Plusminus Null" abgeschlossen, man habe durch Einsparungen und Investitionsstopp auch notwendige Rücklagen für die kommenden Jahre gebildet und befinde sich daher in einer "relativ entspannten Situation", obwohl das neue Universitätsgesetz 2002 die Akademie benachteilige: "Es ist ärgerlich, wie mit den Kunstuniversitäten umgegangen wird. Es ist hoch problematisch, dass das Gesetz die Massenuniversitäten privilegiert."

"Wir sind in extrem spannenden kulturpolitischen Zeiten", so der Rektor, "Wir wissen aber noch nicht genau, was durch das neue Gesetz an alter Universitäts-Substanz zerstört wird." Der Uni-Rat der Akademie werde sich im März mit den ersten Überlegungen zum Entwicklungsplan befassen, was umso wichtiger sei, als hoch aktive Universitäten künftig mit mehr Budget belohnt werden sollen. Überlegungen gibt es in Richtung stärkerer Einbindung der Neuen Medien, einer Neuformulierung des theoretischen Studiums sowie die Aufwertung des Ausstellungsmachens als eigener Lehrinhalt. Eine Professur für Kunstgeschichte der Moderne und Nachmoderne soll ab dem Sommersemester mit der Berliner Kunsthistorikerin Sabeth Buchmann besetzt werden. (APA)

"Rundgang" durch die Klassen und Ateliers der Akademie der bildenden Künste Wien
>>>Hauptgebäude am Schillerplatz
>>> Atelierhaus in der Lehargasse
>>>Bildhauerateliers im Prater
>>>Institutsgebäude Karl Schweighofergasse und Josefsgasse

28.1.04
18-22 Uhr
29./30.1.04
14-20 Uhr
Akademie der bildenden Künste Wien

Share if you care.