Federer vs. Ferrero um den Thron

30. Jänner 2004, 11:40
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Die Nummer 1 der Welt steht im Halbfinale von Melbourne auf dem Spiel - "Ich will unbedingt gewinnen, die Nummer eins ist zweitrangig"

Melbourne - Wimbledonsieger Roger Federer bleibt bei den Australian Open auf dem Weg zu neuen Tennis-Höhen. Der als Nummer zwei gesetzte Schweizer erreichte am Mittwoch mit einem 7:5,6:4,5:7,6:3 über den Argentinier David Nalbandian nicht nur erstmals das Halbfinale von Melbourne. Mit einem Sieg über French-Open-Sieger Juan Carlos Ferrero am Freitag (09.30 Uhr MEZ) würde Federer zudem in der Weltrangliste erstmals die Spitze übernehmen. "Dafür reichen meine Mathe-Kenntnisse gerade noch", scherzte Federer. "Ich will dieses Turnier unbedingt gewinnen. Die Nummer eins ist für mich zweitrangig."

Auch Ferrero mit Chancen

Der Amerikaner Andy Roddick verlor mit seinem Viertelfinal-Aus am Dienstag Rang eins der so genannten Entry List, den er von Ferrero übernommen hatte. Auch Ferrero besitzt noch die Chance auf den Platz auf dem Thron. Der Spanier, der den Marokkaner Hicham Arazi 6:1,7:6 (6),7:6 (5) besiegte, müsste seinem ersten Halbfinal-Einzug in Australien aber noch den Turniersieg folgen lassen.

Federers Aufschlag überzeugte

Federer produzierte gegen Nalbandian viele Fehler, zeigte phasenweise aber auch wieder Tennis zum Genießen und frustrierte seinen einstigen Angstgegner vor allem mit dem Aufschlag. Im ersten Satz rettete sich Federer mit vier Assen in Folge vor dem Break zum 5:6. Der 22-Jährige aus Basel nutzte seinerseits die sich bietenden Möglichkeiten etwas besser als der solide Wimbledon-Finalist von 2002, der im laufenden Turnier zuvor keinen Satz abgegeben hatte.

Federer: "Ich bin sehr glücklich"

Nach Niederlagen in den ersten fünf Vergleichen mit Nalbandian war der zweite Erfolg in Serie nie ernsthaft in Gefahr. Federer revanchierte sich damit zugleich für die vorjährigen Achtelfinal-Niederlagen bei den Australian und US Open und verwandelte seinen ersten Matchball. "Ich bin sehr glücklich, auch wenn ich vielleicht den Erwartungen nicht ganz gerecht geworden bin. Auf das Duell mit Ferrero freue ich mich, unser Spiel passt gut zusammen", meinte Federer.

Müder Ferrero

Der an der Leiste etwas lädierte Ferrero fühlte sich nach dem Match gegen "Laufwunder" Arazi müde, ist vor dem siebenten Duell mit Federer (Stand 3:3), der ebenfalls erstmals in Melbourne im Halbfinale steht, aber voll motiviert. "Das war ein guter Test für meine Beine, ich will wieder die Nummer eins werden." (APA)

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    Die Sätze zwei und drei verlor Hicham Arazi (rechts) jeweils im Tie-Break.

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