Ruanda: Strafverteidiger am UN-Tribunal streiken

30. Jänner 2004, 14:51
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Protest gegen unzureichende Arbeitsbedingungen

Arusha - Die Strafverteidiger am UN-Tribunal für Ruanda sind am Mittwoch in den Streik getreten. Die Anwälte protestieren damit nach eigenen Angaben gegen unzureichende Arbeitsbedingungen. In einem Protestschreiben erklärten sie, das Gericht zahle ihre Gehälter nicht rechtzeitig aus. Außerdem beschränke es den Zugang zu Mandanten und missachte deren Rechte.

Angesetzte Verhandlungen fielen am Mittwoch aus, als die Verteidiger nicht vor dem Gericht im Norden von Tansania erschienen. Der Streik solle voraussichtlich bis Samstag dauern, sagte Nicole Bergevin vom Verband der Strafverteidiger. "Unsere Rechte existieren quasi nicht", erklärte sie. Das Protestschreiben sei sowohl an das Gericht als auch an UN-Generalsekretär Kofi Annan gegangen.

An dem Tribunal sind 91 Anwälte beschäftigt, die 56 Verdächtige verteidigen. Derzeit sind 24 Prozesse im Gange. Das Gericht nahm im November 1995 seine Arbeit auf. Es arbeitet den Völkermord in Ruanda auf, dem 1994 mehr als 500.000 Tutsi und gemäßigte Hutu zum Opfer fielen. (APA/AP)

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