Weitere Opfer gestorben

28. Jänner 2004, 20:55
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In mittlerweile zehn asiatischen Ländern grassiert die Krankheit - China tötet 60.000 Hühner

Bangkok - Der in mittlerweile zehn asiatischen Ländern grassierenden Vogelgrippe sind zwei weitere Menschen zum Opfer gefallen. Die vietnamesischen Behörden vermeldeten am Mittwoch den Tod zweier Schwestern im Alter von 23 und 30 Jahren. In Thailand breitete sich die Geflügelpest bis auf die Hauptstadt Bangkok aus. Dort berieten asiatische Minister und internationale Gesundheitsexperten bei einer Dringlichkeitskonferenz über Möglichkeiten zur Eindämmung der Seuche.

Weitere Opfer

Die zwei Schwestern starben nach Angaben der vietnamesischen Gesundheitsbehörden am 22. Jänner, doch konnte die Todesursache erst jetzt eindeutig auf die Vogelgrippe zurückgeführt werden. Damit erhöhte sich die Zahl der bestätigten Todesfälle in der Region auf zehn - acht in Vietnam und zwei in Thailand. In beiden Ländern waren Labortests im Gange, um etwaige weitere Opfer der Seuche ausfindig zu machen.

China gab unterdessen die Tötung von fast 60.000 Hühnern bekannt, um einer Ausbreitung der Geflügelpest vorzubeugen. Bisher wurde die Krankheit in der Volksrepublik nur bei Enten in der südlichen Region Guangxi diagnostiziert. Menschen, die mit den erkrankten Tieren Kontakt hatten, wurden unter Quarantäne gestellt. Beobachtern zufolge sind die chinesischen Behörden sehr darum bemüht, nicht wieder der Untätigkeit und Vertuschung bezichtigt zu werden wie beim Ausbruch des Schweren Akuten Atemwegssyndroms (Sars) vor einem Jahr.

Vorwurf der Vertuschung

Dem Vorwurf der Vertuschung sehen sich zurzeit die thailändischen Behörden ausgesetzt. Vor dem regionalen Dringlichkeitstreffen in Bangkok waren sie nach Ansicht von Beobachtern deshalb umso mehr bemüht, ihre Glaubwürdigkeit unter Beweis zu stellen. Die Hauptstadt wurde zur Gefahrenzone erklärt, wie der stellvertretende Bürgermeister Prapan Kitisin mitteilte. Die Vogelgrippe sei in Bangkok bei einem Kampfhahn sowie wie Hühnern und Enten entdeckt worden, hieß es zur Begründung.

Der thailändische Ministerpräsident Thaksin Shinawatra erklärte vor den Delegierten des Dringlichkeitstreffens, die Vogelgrippe sei eine ernsthafte Bedrohung der öffentlichen Gesundheit ebenso wie der regionalen Volkswirtschaften. Deshalb sei ein schnelles und konsequentes Handeln erforderlich. Als viertgrößter Geflügelexporteur der Welt befürchtet Thailand besonders schwerwiegende Einbrüche infolge der Seuche.

Krisengipfel in Bangkok

Angesichts der immer bedrohlicheren Vogelgrippe-Epidemie in Asien wollen die betroffenen Länder den Kampf gegen die Tierseuche gemeinsam verstärken. Bei einer Krisenkonferenz in Thailands Hauptstadt Bangkok einigten sie sich am Mittwoch darauf, bei ihren Maßnahmen künftig gegenseitig offener, schneller und abgestimmter zu handeln, wie der thailändische Außenminister Surakiart Sathirathai erklärte.

Im Unterschied zum Sars-Virus, dem durch die Übertragung von Mensch zu Mensch weltweit rund 800 Menschen zum Opfer fielen, gibt es bisher jedoch noch keine Hinweise auf einen ähnlichen Infektionsweg bei der Geflügelpest. Daher bestehe "für Reisen und die Tourismusindustrie keine Bedrohung", hieß es der Abschlusserklärung von Bangkok.

Ergebnis

Als Ergebnis des rund dreistündigen Treffens in der thailändischen Hauptstadt wollen die von der Vogelgrippe betroffenen und bedrohten Staaten künftig ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse besser austauschen. Die betroffenen Länder prüften den Aufbau eines tierärztlichen Überwachungsnetzwerks in der Region, das mit den Kontrollmechanismen zur Gesundheitsvorsorge für Menschen verknüpft werden solle. Zudem solle an billigen Testverfahren gearbeitet werden, um die Krankheit schneller als bisher aufspüren zu können. Man sei sich einig, dass die bereits begonnene Massentötung von Geflügel der beste Weg im Kampf gegen die Seuche sei, sagte Surakiart. Die Vogelgrippe ist in mindestens zehn asiatischen Ländern ausgebrochen. Zuletzt hatten am Dienstag China und Laos eingeräumt, ebenfalls von einem Ausbruch betroffen zu sein.

Frankreich forderte die EU-Kommission auf, den Import von Käfigvögeln generell zu verbieten. Reisende aus den betroffenen Ländern sollten keine Vögel mehr in die Union einführen dürfen, erklärte das Landwirtschaftsministerium. In der vergangenen Woche hatte die EU ein Einfuhrverbot für thailändisches Geflügel beschlossen.

(APA/AP)

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