Burundi: Tausende Zivilisten auf der Flucht vor Kämpfen

30. Jänner 2004, 08:53
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Rivalisierende Hutu-Gruppen liefern sich Gefechte

Nyabiraba - Im ostafrikanischen Bürgerkriegsland Burundi sind seit fast einer Woche tausende Zivilisten auf der Flucht vor Kämpfen zwischen zwei rivalisierenden Hutu-Gruppen. Das berichtete ein AFP-Korrespondent aus der Region um Nyabibondo, rund 20 Kilometer östlich der Hauptstadt Bujumbura. Ein Flüchtling berichtete in Nyabibara, die Ex-Rebellen der Streitkräfte zur Verteidigung der Demokratie (FDD) habe am Donnerstag die Nationale Befreiungsfronst (FNL) angegriffen.

Der Gouverneur der Provinz Bujumbura Rurale, Ignace Ntawembarira, sagte AFP, die Behörden wüssten von den Kämpfen und würden derzeit versuchen, die Flüchtlinge zu identifizeren, um ihnen helfen zu können.

Nach Angaben der FNL und der burundesischen Armee wurden bereits am ersten Tag der Kämpfe mehr als 20 FDD-Kämpfer getötet und zwei weitere gefangen genommen. Die FDD widersprach zum wiederholten Mal den Berichten über Gefechte. Zivilisten berichteten jedoch übereinstimmend davon. Ein Offizier der Regierungstruppen bestätigte, Lastwagen der Armee würden die kämpfenden FDD-Soldaten versorgen.

Die burundesische Menschenrechtsorganisation Iteka kritisierte die Regierung von Präsident Domitien Ndayizeye für ihr Schweigen angesichts der Kämpfe. Dies sei ein "schuldiges Schweigen", sagte der Präsident der Organisation, Vianney Kavumbagu, AFP. Die Regierung stehle sich aus ihrer Verantwortung für die Sicherheit des Landes.

Die FDD ist seit der Unterzeichnung des Friedensabkommens vom 16. November vergangenen Jahres an der von der Tutsi-Volksgruppe dominierten Regierung beteiligt. Das Abkommen sieht unter anderem vor, dass die Regierungsarmee allein für die Bekämpfung der FNL zuständig ist und dass die FDD-Kämpfer kaserniert werden sollen. (APA)

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