WHO hält Eindämmung der Vogelgrippe weiter für möglich

30. Jänner 2004, 22:01
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Neun Länder von Krankheit betroffen - WHO rief angesichts des "eskalierenden Risikos für die Öffentlichkeit" die gesamte Region zu Zusammenarbeit auf

Trotz der Ausbreitung der Geflügelpest in Asien hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Eindämmung des Vogelgrippe-Virus nach wie vor für möglich. Man könne immer noch verhindern, dass sich der Erreger weltweit verbreite, sagte Klaus Stohr, Projektleiter für Influenza-Überwachung. In Thailand starb am Dienstag ein sechs Jahre alter Bub an der Seuche, teilte das Gesundheitsministerium mit. Damit hat die Vogelgrippe in Vietnam und Thailand insgesamt acht Menschen das Leben gekostet.

Von der Krankheit betroffen sind inzwischen neun Länder. China räumte erstmals Fälle von Geflügelpest bei Enten ein. Auf einer Entenfarm in der südlichen Region Guangxi seien Tiere an der Seuche erkrankt. Der Aufzuchtbetrieb in der Ortschaft Dingdang sei unter Quarantäne gestellt worden. Im Umkreis von drei Kilometern wurden etwa 14.000 Geflügeltiere getötet, wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Menschen seien bisher nicht erkrankt.

Laos und möglicherweise auch Philippinen und Pakistan betroffen

Die Seuche weitete sich nach Behördenangaben unterdessen auch auf Laos aus. Über eine Erkrankung von Menschen oder das Ausmaß der Seuche war zunächst nichts bekannt. Nach Angaben der WHO sind möglicherweise auch die Philippinen betroffen, dort seien 200 Hühner gestorben. Auch Pakistan meldete erste Krankheitsfälle bei Hühnern.

Die Vereinten Nationen bezeichneten die Vogelgrippe als Bedrohung für die menschliche Gesundheit und Katastrophe für die Landwirtschaft. Wichtigstes Ziel sei es, eine Epidemie bei Mensch und Tier zu vermeiden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der WHO, der Welternährungsorganisation (FAO) und des Internationalen Tierseuchenamts (OIE). "Uns steht nur ein kleiner Spielraum zur Verfügung, um diese Bedrohung auszuschalten", sagte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf.

Aufruf zur Zusammenarbeit

Die WHO rief angesichts des "eskalierenden Risikos für die Öffentlichkeit" die gesamte Region zu Zusammenarbeit auf. Ein gleichzeitiger Ausbruch in so vielen Staaten sei noch nie da gewesen. Der Erreger könne sich verändern und dadurch auch von Menschen übertragen werden, warnte WHO-Regionaldirektor Shigeru Omi.

Stohr verwies auf eine zeitlich begrenzte Möglichkeit, die Krankheit in den Griff zu bekommen. Es gebe eine gute Chance, sie unter Kontrolle zu halten, sagte er. Ermutigend sei die Tatsache, dass es bisher nur eine relativ kleine Zahl von Krankheitsfällen bei Menschen gebe.

Die thailändischen Behörden bereiteten für Mittwoch ein internationales Treffen in Bangkok vor, um über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Vogelgrippe zu beraten. Dazu wurden Vertreter aus fast einem Dutzend Staaten erwartet, darunter aus China und den USA. In den vergangenen Wochen waren in ganz Asien Hühner an der Vogelgrippe erkrankt, mehrere zehn Millionen Tiere wurden seit Ausbruch der Seuche im Dezember getötet. (APA/AP)

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