Deutsche Journalisten stimmen über Streiks ab

28. Jänner 2004, 13:50
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Ergebnisse am Mittwoch

Im Tarifkonflikt bei den deutschen Tageszeitungen haben am Dienstag Urabstimmungen über Streiks begonnen. Den Auftakt machten mehrere bayerische Tageszeitungen, teilten die Journalisten-Gewerkschaften BJV und ver.di in München mit. Die Abstimmungen seien von Warnstreiks - etwa in Augsburg - begleitet worden. Weitere Urabstimmungen sind für Mittwoch in Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen geplant, die ebenfalls von Warnstreiks begleitet werden sollten. Ergebnisse sollen am Mittwochabend in Berlin vorgestellt werden.

"Mit den Streiks wollen wir die Verleger unter anderen Voraussetzungen an den Verhandlungstisch bringen", sagte ein BJV- Sprecher. Insgesamt soll bis Mittwoch in zehn bayerischen Zeitungen über Streiks abgestimmt werden. Ver.di braucht eine Mehrheit von 75 Prozent, beim Journalisten-Verband sind es zwei Drittel der Mitglieder.

Gewerkschaften befürchten Kündigungswelle

Die Gewerkschaften befürchten eine weitere Kündigungswelle, falls die Arbeitszeiten wie von den Verlegern gefordert auf 40 Stunden erhöht und die Zahl der Urlaubstage um bis zu fünf reduziert würde. "Das rechnet sich nur, wenn gleichzeitig Personal abgebaut wird", sagte eine ver.di-Sprecherin. Die bayerischen Verleger nahmen dazu keine Stellung.

Die Tarifverhandlungen waren in der vorvergangenen Woche nach der fünften Runde ohne Ergebnis abgebrochen worden. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) will die Gehälter der rund 14.000 Redakteure bis zum 31. Juli 2005 einfrieren. Außerdem soll das Urlaubsgeld auf 75 Prozent eines Monatsgehalts begrenzt werden. Die Urlaubsdauer soll von derzeit bis zu 35 Tagen auf 30 reduziert werden. Zudem sind längere Arbeitszeiten im Gespräch. Die Gewerkschaften verlangen von den Arbeitgebern, den Manteltarifvertrag unverändert wieder in Kraft zu setzen und die Einkommen moderat zu erhöhen. (APA/dpa)

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