Vivendi wählt Vodafone

30. Jänner 2000, 15:31

Allianz im Telekom- und Internetbereich angekündigt - Kein Kommentar von Mannesmann

Paris/Düsseldorf - Der französische Mischkonzern Vivendi und der britisch-amerikanische Telekom-Konzern Vodafone-AirTouch haben eine strategische Allianz in den Bereichen Telekom und Internet vereinbart. Das gab der Vivendi-Konzern am Sonntag in Paris bekannt. Am Sonntagnachmittag wollten die Konzernchefs beider Unternehmen, Jean-Marie Messier und Chris Gent, Einzelheiten der geplanten Kooperation auf einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris bekanntgeben. Mannesmann wollte am Sonntag keinen Kommentar zu der Kooperation von Vivendi mit Vodafone abgeben.

Um eine Zusammenarbeit mit Vivendi hatte sich auch der deutsche Mannesmann-Konzern bemüht, dessen Übernahme Vodafone derzeit anstrebt. Das Angebot wird von der Mannesmann-Führung jedoch abgelehnt. Die Frist für den Tausch von Mannesmann- in Vodafone-Aktien läuft am 7. Februar ab. Beide Unternehmen versuchen deshalb derzeit, über die Stärkung ihrer wachstumsstarken Unternehmensbereiche schwankende Mannesmann-Anteilseigner noch auf ihre Seite zu ziehen. Am Freitagabend hatte Mannesmann Gespräche mit der Führung des Online-Dienstes AOL Europe über eine Zusammenarbeit bestätigt.

Mannesmann ist derzeit mit 15 Prozent an Cegetel beteiligt, der Telekom-Tochter des Vivendi-Konzerns. Vodafone hält wiederum eine Beteiligung von 20 Prozent an SFR, dem Mobilfunkunternehmen von Vivendi.

Vivendi erzielte im vergangenen Jahr einen geschätzten Umsatz von 41,5 Milliarden Euro (571 Mrd. S). Der Umsatz wuchs durch Zukäufe gegenüber dem Vorjahr um rund ein Drittel. Die wichtigsten Unternehmensbereiche sind nach wie vor Wasserversorgung, Energie und Verkehr mit rund 53 Prozent. Telekom und Medien machten 24 Prozent des Umsatzes aus. Der Bereich Bau und Immobilien mit rund 20 Prozent Umsatzanteil soll verkauft werden.

Die Mannesmann AG wollte die Ankündigung von Vivendi und Vodafone AirTouch Plc über eine "wichtige strategische Vereinbarung" nicht kommentieren. Bevor nicht klar sei, worüber die beiden Unternehmen Auskunft geben wollten, werde sich Mannesmann mit einem Kommentar zurückhalten, sagte Firmensprecher Manfred Söhnlein am Sonntag auf Anfrage. (APA/Reuters)

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