Beirat empfiehlt Rückgaben aus der Nationalbibliothek

28. Jänner 2004, 10:39
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Bestände waren während der NS-Zeit unrechtmäßig in die ÖNB gelangt

Wien - Rund 600 Druckschriften, sechs Musikalien und eine Karte aus den Beständen der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) hat der Rückgabebeirat in seiner Sitzung am Dienstag zur Rückgabe an die Erben der seinerzeitigen Besitzer empfohlen. "Die Nationalbibliothek hat in dankenswerter Weise ihre Provenienzforschung abgeschlossen. Die Ergebnisse werden jetzt im Beirat behandelt", sagte Brigitte Böck, die zuständige Sektionschefin des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Unrechtmäßig in die ÖNB gelangt

Die zur Rückgabe empfohlenen Werke, unter denen sich keine Einzelstücke von herausragendem Wert befinden sollen, stammen aus den Bibliotheken von Richard Abeles, Alfred Werner Grünewald, Stefan von Auspitz, Harald Reininghaus, Gottfried Bermann-Fischer, Wilhelm Ellenbogen, Hans Fischl, Alexander Friedrich Rosenfeld, Gert und Oskar Ladner, Carl Zuckmayer sowie der Großloge von Wien. Die Bestände waren unter den Nationalsozialisten unrechtmäßig in die ÖNB gelangt.

Erbensuche

Die nächste Beiratssitzung soll Ende April stattfinden. Laut Böck werde die kommende Beiratsarbeit ganz oder vorwiegend den Ergebnissen des im Dezember vorgelegten ÖNB-Provenienzberichts gewidmet sein, in dem insgesamt 14.133 Bänden Druckschriften und 11.373 Signaturen umfassende Sammlungsobjekte als "bedenklich im Sinne des Kunstrückgabegesetzes 1998" eingestuft wurden.

"Wir hoffen, dass wir die Arbeit daran in diesem Jahr abschließen können", so Böck, "am schwierigsten wird aber sicher die Erbensuche werden." (APA)

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