Frau in Ghana wegen Genital-Verstümmelung verurteilt

6. Dezember 2004, 12:05
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Fünf Jahre Haft - Urteil soll als Abschreckung dienen

Accra - Ein Gericht in Ghana hat eine 70 Jahre alte Frau zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil sie ein Verstümmelungsverbot für Mädchen missachtet hat. Das Urteil solle als Abschreckung dienen, um einen "veralteten Brauch" endgültig zu beenden, erklärte Richter Jacob Boon zur Begründung. Die Angeklagte hatte bereits am Freitag vor Gericht geltend gemacht, sie habe trotz des Verbots weiterhin Mädchen an den Genitalien verstümmelt, "weil unsere Sitte es vorschreibt".

GegnerInnen der Genitalverstümmelung begrüßten die Entscheidung. "Wir sehen darin ein Grundsatzurteil, das unsere Kampagne fördern wird", sagte Issah Mahmadu von Zentrum für Menschenrechte in Accra.

FGM (Female Genital Mutilation) bei Mädchen sind in Ghana seit 1994 verboten, in weiten Teilen Afrikas wird der Eingriff aus religiösen Gründen jedoch nach wie vor praktiziert und bleibt zumeist straffrei. Im Norden von Ghana sind laut einer Studie aus dem Jahr 2000 bis zu 70 Prozent aller Frauen an den Geschlechtsorganen beschnitten. (APA)

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