Krankheit greift weiter um sich

27. Jänner 2004, 19:34
posten

Weiteres Todesopfer in Thailand bestätigt - China bestätigte Fälle bei Enten - Jetzt auch Laos betroffen

Die Vogelgrippe greift in Asien weiter um sich und hat das nächste Todesopfer gefordert. In Thailand starb am Dienstag ein weiterer sechs Jahre alter Bub an der Seuche, wie das Gesundheitsministerium mitteilte. Er ist das insgesamt achte Opfer; betroffen sind inzwischen neun Staaten. China räumte unterdessen erstmals Fälle von Vogelgrippe bei Enten ein.

Die chinesische Regierung bestätigte am Dienstag, auf einer Entenfarm in der südlichen Region Guangxi seien Tiere an der Vogelgrippe erkrankt. Der Aufzuchtbetrieb in der Ortschaft Dingdang sei unter Quarantäne gestellt worden, und im Umkreis von drei Kilometern seien etwa 14.000 Geflügeltiere getötet worden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Menschen seien bisher nicht erkrankt. Bisher hatte Peking stets erklärt, in China seien noch keine Fälle von Vogelgrippe aufgetreten.

Todesfall in Vietnam bestätigt

Der erste Todesfall in Vietnam war am Montag bestätigt worden. Es handelte sich ebenfalls um einen sechsjährigen Buben, der ein offenbar erkranktes Huhn zu einem Schlachter getragen hatte. Mindestens zehn weitere Menschen sollen an der Geflügelpest erkrankt sein, fünf von ihnen starben. Die Regierung wartete aber noch die Tests der Behörden ab. In Vietnam starben sechs Menschen.

Die Seuche weitete sich unterdessen auch auf Laos aus. Die Behörden bestätigten den Ausbruch am Dienstag. Über eine Infizierung von Menschen oder das Ausmaß der Seuche in Laos war zunächst nichts bekannt. Nach Angaben von Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind möglicherweise auch die Philippinen betroffen. Dort seien 200 Hühner gestorben. Auch Pakistan meldete erste Krankheitsfälle bei Hühnern.

USA: Bedrohung für menschliche Gesundheit

Die Vereinten Nationen bezeichneten die Vogelgrippe als Bedrohung für die menschliche Gesundheit und Katastrophe für die Landwirtschaft. Wichtigstes Ziel sei es nun, eine Epidemie bei Mensch und Tier zu vermeiden, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der WHO, der Welternährungsorganisation (FAO) und des Internationalen Tierseuchenamts (OIE). "Uns steht nur ein kleiner Spielraum zur Verfügung, um diese Bedrohung auszuschalten", sagte FAO-Generaldirektor Jacques Diouf.

"Räumt Fälle so rasch wie möglich"

Australien rief alle Staaten auf, mögliche Fälle von Geflügelpest sofort zu melden. "Länder in der Region müssen von der Erfahrung mit Sars lernen und die lautet: Räumt Fälle so rasch wie möglich ein, sobald ihr sie entdeckt", sagte Außenminister Alexander Downer dem Rundfunksender ABC.

Mehrere zehn Millionen Tiere mittlerweile getötet

Die thailändischen Behörden bereiteten für Mittwoch ein internationales Treffen in Bangkok vor, um über Möglichkeiten zur Bekämpfung der Vogelgrippe zu beraten. Dazu wurden Vertreter aus fast einem Dutzend Staaten erwartet, darunter aus China und den USA.

In den vergangenen Wochen waren in ganz Asien Hühner an der Vogelgrippe erkrankt. Mehrere zehn Millionen Tiere wurden seit Ausbruch der Seuche im Dezember getötet, 24 Millionen allein in Südkorea. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Nach Thailand, Indonesien, Vietnam bestätigt nun auch China und Laos Fälle der Vogelgrippe.

Share if you care.