Salzburg lässt Linz den Vortritt

31. Jänner 2004, 14:26
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"Ich hätte es unfair gefunden zu versuchen, dem Linzer Fraktionskollegen diesen Status vor der Nase weg zu schnappen"

Salzburg - Salzburg wird sich nicht um den Status "Europäische Kulturhauptstadt" für das Jahr 2009 beweben. Das berichtet das Neue Volksblatt in seiner heutigen Ausgabe. Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden (S) sagte, Salzburg habe sich für 2009 deshalb nicht beworben, weil Linz seine Bewerbung früher abgeschickt habe. "Ich will keine innerösterreichische Konkurrenz, in Salzburg haben wir mit dem Mozart-Jubiläumsjahr 2006 genug zu tun. Ich wollte diesen Status 'Kulturhauptstadt' für das Mozartjahr, aber Benita Ferrero-Waldner hat dieses Ansuchen kurz nach ihrem Antritt als Außenministerin nicht unterstützt".

"Ich hätte es unfair gefunden zu versuchen, dem Linzer Fraktionskollegen diesen Status vor der Nase weg zu schnappen", erläuterte Schaden. "Aber wir werden uns für das Jahr 2012 bewerben, ich glaube, das ist das erste Jahr, an dem wieder eine Österreichische Stadt dran sein kann.

Entscheidungsfindung

Vergeben wird der Status "Europäische Kulturhauptstadt" von der EU. Der Europäische Rat entscheidet auf Anregung der Kommission, des Parlamentes und einer siebenköpfigen Experten-Jury. Zur Zeit existiert eine Länder-Reihung bis zum Jahr 2019, Österreich steht nach 2009 nicht mehr auf dieser Liste. Allerdings, so Ingrid Tröger-Gordon vom städtischen Kulturamt in Salzburg, werde diese Liste ständig überarbeitet, besonders mit der Beitrittswelle osteuropäischer Länder sei mit Änderungen zu rechen.

"Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Salzburg im Jahr 2012 zum Zug kommt". Heuer ist Genua zusammen mit Lille Europäische Kulturhauptstadt und im kommenden Jahr ist es eine Stadt in Irland. 2006 ist eine holländische Stadt dran, dann Luxemburg, im Jahr 2008 Großbritannien und im Jahr darauf eben Österreich. Welche österreichische Stadt den Zuschlag erhält, das entscheidet laut Salzburger Kulturamt das Bundeskanzleramt.

Konsequenzen

Finanziell bedeutet der Status "Europäische Kulturhauptstadt" einerseits viel, andererseits wenig. Die direkten EU-Förderungen sind marginal, die Investitionen in Graz etwa sind von der EU nur im Promille-Bereich finanziert worden. Allerdings erleichtert der werbe- und imageträchtige Titel den Zugang zu Bundesförderungen erheblich. (APA)

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