Als Müllmann in den Sommerjob

27. Jänner 2004, 18:50
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Unabhängigkeit, Freiheit und die Möglichkeit zur finanziellen Selbstbestimmung sind die Gründe, sich als Jugendlicher einen Ferialjob zu suchen. Aber auch das Hineinschnuppern in ein karitatives Berufsfeld kann nützlich sein - Früh mit der Suche zu beginnen ist angesagt

Unabhängigkeit, Freiheit und die Möglichkeit zur finanziellen Selbstbestimmung sind die Gründe, sich als Jugendlicher einen Ferialjob zu suchen. Aber auch das Hineinschnuppern in ein karitatives Berufsfeld kann nützlich sein. Früh mit der Suche zu beginnen ist angesagt.

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Welcher Jugendliche kennt nicht das alljährliche Bestreben nach einer Verdienstmöglichkeit in den Sommerferien? Schließlich ist nicht nur der Sommer selbst eine ausgabenüppige Jahreszeit, auch während des Jahres fallen Kosten an, die man ausgleichen möchte. Doch entpuppt sich die Suche nach einer Ferialstelle nicht selten als mühsamer Prozess, in dem Hartnäckigkeit, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative zählen.

Einblick in die Arbeitswelt

Nicht nur die Tatsache einer Geldverdienstquelle, sondern auch der Einblick in die Arbeitswelt sind anziehende Punkte für viele Jugendliche. Tatsache ist allerdings, dass es jedes Jahr deutlich weniger Stellenangebote als Arbeitswillige gibt. Weshalb es sich lohnt, sich früh genug und am besten noch jetzt im Winter für einen Job in der heißen Jahreszeit umzuschauen. Infos zu Jobangeboten findet man leicht im Internet (siehe Infokasten) oder auch in Jugendzentren.

Büro- und Bankjobs beliebt

"Die beliebtesten Arbeiten sind Büro- und Bankjobs; das sind aber auch die, die am schnellsten weg sind", meint Brigitte Pedrazza vom Jugendinformationszentrum AHA in Bregenz, das auch für die Jobvermittlung an Jugendliche zuständig ist. "Ansonsten sollte man sich bei einem Stellengesuch direkt an die Firmen wenden, entweder durch ein Telefongespräch oder ein Bewerbungsschreiben", rät die Jugendberaterin.

Wer auf Sommer, Sonne und Strand trotz Arbeit nicht verzichten will, sollte die Möglichkeit, sich als Bademeister zu engagieren, nicht außer Acht lassen. "Hierzu ist lediglich ein Helferschein nötig", weiß Katharina Zink (16).

Erfahrung versus Geld

Wegen einem Mehr an Erfahrung, und nicht bloß um des Geldes willen, entscheiden sich Jugendliche auch für karitative Tätigkeiten. Wie zum Beispiel Daniela Perl, die mit großem Vergnügen im Stadtspital Dornbirn gearbeitet und dort auch eine Menge dazugelernt hat. "Ich habe nach meiner einmonatigen Arbeitszeit noch mehr Begeisterung für dieses Berufsfeld aufgebracht und freue mich schon auf die Arbeitszeit diesen Sommer", erzählt die 17-Jährige.

Über einen Ferialjob der etwas anderen Art kann Johannes Schuster (19) aus Wien berichten. Er war einen Monat lang bei der Müllabfuhr tätig. Dass diese Art von Ferialjob offenbar sehr beliebt ist, zeigt der starke Andrang unter den Jugendlichen. "Man verdient in kurzer Zeit viel Geld, aber dafür ist diese Arbeit körperlich sehr anstrengend."

Putzfee für ein Monat

Aufpassen sollte man dennoch, dass man beispielsweise bei einem Ferialjob im Gastronomiebereich nicht etwa nur zum Putzen verdonnert wird. "Dieses Monat war eine Qual", erzählt Stefanie. "Ich durfte nichts anderes machen, als die Putzfee zu spielen."

Kreative Lösungen für alle, die noch nicht das 15. Lebensjahr erreicht haben und sich dennoch etwas dazuverdienen möchten, sind Jobs wie Babysitten, Rasenmähen oder Zeitungen austragen. (Julia Reiner, Stefanie Träxler, DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2004)

  • Die Möglichkeiten für einen Job in den Sommerferien sind breit gestreut - Mit der Suche früh beginnen und kreativ sein, heißt die Devise für die ideale Joblösung
    collage: karl lux

    Die Möglichkeiten für einen Job in den Sommerferien sind breit gestreut - Mit der Suche früh beginnen und kreativ sein, heißt die Devise für die ideale Joblösung

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