Spam-Flut erreicht neue Höhen

30. Jänner 2004, 19:56
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IT-Experten bezweifeln Bill Gates Ansicht, dass unerwünschte Massenmails bald kein Problem mehr sein werden

Wien - Allen Bemühungen zum Trotz nehmen Spams, wie unerwünschte Massenmails genannt werden, rapid zu: Laut UNCTAD (UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung) betrug der Spam-Anteil Anfang 2003 noch 25 Prozent. Ende des Jahres dürfte er bereits die Hälfte aller versandten E-Mails ausgemacht haben.

Weder ein Gesetz gegen unerwünschte Werbemails (wie es Ende des Vorjahres vom US-Kongress verabschiedet worden war) noch die typischen Umgangsregeln im Internet ("Nie die offizielle E-Mail-Adresse hinterlassen"; "Keine unbekannten E-Mails öffnen") haben bis dato Erleichterung bewirkt.

Geschäft zu lukrativ

Dazu ist das Geschäft zu lukrativ. Dem Spammer, der dubiose Werbe- und Kaufbotschaften versendet, entstehen kaum Kosten - Adressen werden zugekauft oder mithilfe eines Trojaner-Virus zusammengetragen. "Ein Rücklauf von nur einem Promille zahlt sich da schon aus", weiß Josef Pichlmayr von der Wiener IT-Sicherheitsfirma Ikarus.

Der Trend geht deshalb dahin, dass Spams nicht erst beim Unternehmens-Gateway abgefangen werden, sondern gleich beim Provider. Ein Spamfilter beim Provider hat den Nachteil, dass er immer eine sehr allgemeine Einstellung aufweist. Provider bieten deshalb zu nehmend eine individuelle Konfigurierbarkeit durch den Kunden an.

Qualifizierte Junk-Mails

Auch könnte künftig der Einsatz von qualifizierten Signaturen Junk-Mails zurückdrängen, meint Pichlmayr. Etwa, indem nur solche E-Mails in Netzwerke hineingelassen werden, die eine solche Unterschrift aufweisen.

Dies dürfte allerdings noch Zukunftsmusik sein. Zwischenzeitlich beginnen Unternehmen ihre öffentlichen Adressangaben auf den Homepages - etwa über die zuständigen Pressesprecher - wieder zu anonymisieren. Diese hatten täglich zu viele, oft sehr gut "gemachte" Junk-Mails in ihren Mailboxen. So zum Beispiel die Aufforderung, doch persönliche Daten zurückzuschicken - die Adressierten hätten nämlich geerbt. (DER STANDARD Printausgabe, 27.1.2004, ruz)

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