ÖIAG sucht Strategen für die Post

30. Jänner 2004, 19:55
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Aufsichtsrat beschließt "Verjüngung" des Managements

Wien - Die gelbe Post bleibt eine Baustelle, bekommt aber neue "Baustellenleiter". Der verjüngte Vierervorstand, der am Montag vom Aufsichtsrat bestellt wurde, muss das im Vorjahr beschlossene, umfangreiche Restrukturierungsprogramm umsetzen.

Neben Generaldirektor Anton Wais und Finanzvorstand Rudolf Jettmar, deren Mandate um drei Jahre verlängert wurden, werden bis Juli 2007 Herbert Götz (40) und Walter Hitziger (43) Platz nehmen.

Michaelis ortet Handlungsbedarf

Dringenden Handlungsbedarf ortet Post-Aufsichtsratspräsident Peter Michaelis in den Sparten Kurier-Express-Paket, das Wais untersteht, und bei dem von 2200 auf 1700 Poststellen ausgedünnten Filialnetz. Ersteres brauche - nicht nur im Osten - einen strategischen Partner, Letzteres mehr Service und Dienstleistung.

"Schmerzen" bereiten die Personalkosten für die knapp 27.000 Postler. Trotz des Abgangs von rund 2500 Vorruheständlern zu Jahreswechsel machen diese noch fast 63 Prozent des Umsatzes aus und sind damit deutlich über den 1999 angepeilten 60 Prozent.

Feilschen beginnt

Wie viele Posten gestrichen werden sollen, wollte Wais nicht sagen. Personalabbau sei notwendig, wenn "die Variabilisierung des Produktionsfaktors Arbeit" nicht gelinge. Damit dürfte klar sein, dass Wais bei Überstunden und Mehrdienstleistungen sparen, also die Durchrechnungszeiträume verlängern will. Laut dem "Speed"-Programm aus dem Jahr 2000 sollte die Zahl der Vollzeitarbeitsplätze bis 2006 auf 23.000 sinken.

"Das kostet", hieß es dazu in der Personalvertretung, die sich bei der Vorstandsbestellung der Stimme enthalten hatte. "Weil dies Sache des Eigentümers ist", wie Zentralausschussvorsitzender Gerhard Fritz betonte.

Mehr Beratung und Dienstleistung

Wais versprach mehr Beratung und Dienstleistung in allen Bereichen. Dass diese in den Postämtern Realität wird, obliegt Herbert Götz, der am 1. April von der Siemensstraße (wo er für das Festnetzgeschäft von Siemens Österreich verantwortlich war, Anm.) in die Postgasse wechselt.

Dass die Briefe und Pakete rechtzeitig dort ankommen, wo sie gebraucht werden, dafür sorgt spätestens ab 1. Juli Baumax-Manager Walter Hitziger. Für den Logistiker, der schon den Neubau des Geldzentrums der Nationalbank mitgestaltet hat, sollte der Neubau der Brief- und Paketzentren in Villach und Wien kein Problem darstellen. (DER STANDARD Printausgabe, 27.1.2004, ung)

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