Was echt ist, darf ruhig wackeln

27. Jänner 2004, 20:21
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Dass die Kamera oft bedrohlich wackelte, war wurscht. Schließlich ging es Freitagabend in der Millennium City nicht darum, das perfekte, sondern das eigene Bild zu zeigen. Park für Park. Käfig für Käfig. Sitzbank für Sitzbank: In einer großen Gala - die Besucher kamen aufgebrezelt, als ginge es zur Oscar-Verleihung - präsentierten die Jugendarbeiter der Initiativen "Back on Stage", "Back Bone" und "CommULab" Filme, die den Sommer über im Projekt "Park TV" entstanden waren: Nach einer Idee von Amina Handke waren Jugendliche - meist Angehörige der dritten Zuwanderergeneration - mit Videokameras in "ihren" Parks unterwegs und dokumentierten sich und ihr Umfeld. Das Ergebnis? Für die Jugendlichen ein völlig neues Erlebnis: Da hörte tatsächlich jemand zu. Für das Publikum authentischere Geschichten, als es schauplatz- oder alltagsgeschichtliches "Echt"-Fernsehen schafft - obwohl man dort (um zumindest ein bisserl echt zu wirken) ja oft absichtlich mit der Kamera wackelt. (Der Standard, Printausgabe, 27.01.2004)

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    foto: rottenberg
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