Empörung über Gewista-Pläne

27. Jänner 2004, 20:06
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Die Rathausopposition fordert Klarheit über die "Stelzenplakate"

Wien - Für beträchtliches Aufsehen in Oppositionskreisen sorgt der STANDARD-Bericht, wonach die Gewista plant, noch heuer bis zu 400 so genannte "Citylight-Boards" (auf zweieinhalb Meter hohen Säulen stehende, vier mal zwei Meter fünfzig große Leuchtplakate) zu errichten. Sowohl Gewista als auch das Büro von Stadtrat Rudolf Schicker (SP) bestätigten die Existenz der Pläne, schweigen aber zu Details - etwa Standorte, Stadtbildverträglichkeit oder zu dem Vorwurf, dass die Gewista ein Monopol erhalte.

Seitens der Wiener ÖVP spricht deren Verkehrssprecher Wolfgang Gerstl von einem "Geschenk an die Gewista als Gegenzug dafür, dass sie bereit war, das Viennabike-Gratisradprojekt zu übernehmen". In den Bezirken - die bei der Bewertung der angeblich über 2000 von der Gewista beantragten Aufstellplätze zugezogen werden - habe man den Vertretern "deutlich signalisiert, dass das gewollt und Widerstand ziemlich zwecklos sei". Genehmigt, so Gerstl, seien mittlerweile unter anderem auch "Standorte, wie der am Kärntnerring, gleich bei der Oper."

"Jeder Beamte weiß, woher der Wind weht"

Grünen-Gemeinderat Günther Kenesei erklärt die Citylight-Boards deshalb zum Beispiel dafür, wie Wien funktioniert: "Die üblichen Verdächtigen machen sich verdächtig - und schweigen dazu. Was man daraus lernt: Wenn du nicht im Sog der SPÖ agierst, hast du in Wien keine Chance - jeder Beamte weiß, woher der Wind weht, wenn irgendwo Gewista draufsteht."

Geradezu sanftmütig wirkt da das Statement von FP-Chef Hilmar Kabas: Er fordert "Stadtrat Schicker auf, hier die Fakten auf den Tisch zu legen. Diese Sache muss man offen diskutieren."(Thomas Rottenberg, Der Standard, Printausgabe, 27.01.2004)

Nachlese

Plakate lernen auf Stelzen zu stehen - Im Frühjahr dürften bis zu 400 "Citylight Boards" die Stadt bewerben - Diskussionen über "Stadtverträglichkeit" fanden nicht statt

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