"Das ist ihr Beruf, in dem sie auch sehr gut ist"

27. Jänner 2004, 18:55
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Berater-Chef ist verärgert über Kritik an Auftragsvergabe an Schüssel-Tochter Nina

Wien - "Es ist doch nicht so, dass die kleine Nina Schüssel da einen Auftrag bekommen hat. Das ist ihr Beruf, in dem sie auch sehr gut ist." Alfred Faustenhammer, selbstständiger Unternehmensberater und Trainer, ist verärgert. Und spricht von Unterstellung.

Der trend hat die Beratertätigkeit der Tochter des Bundeskanzlers ins Visier genommen. Konkret geht es um einen gut dotierten Trainervertrag des Kanzleramtes, für den sie im Rahmen einer Ausschreibung im Frühjahr 2003 den Zuschlag erhalten hat.

"Wir sind alle erfahrene Berater", wehrt sich Faustenhammer, Leiter des fünfköpfigen Teams, dem auch Trainerin Nina Schüssel angehört.

In der SPÖ witterte man - kaum war die Nachricht aufgetaucht - auch schon Ungereimtheiten. Bundesgeschäftsführer Norbert Darabos meinte am Montag zwar, dass es "Politikerkinder grundsätzlich schwer hätten". Folgerte allerdings sofort, dass es nach "Nepotismus" aussehe. Er wolle "nicht vorverurteilen", eine parlamentarische Prüfung sei dennoch notwendig.

Faustenhammer versteht das nicht: Immerhin habe das Viererteam schon zwei Lehrgänge durchgeführt. Damals liefen diese Trainingseinheiten für Führungskräfte an der Verwaltungsakademie des Bundes. Als die Akademie Ende 2002 dem Bundeskanzleramt eingegliedert wurde, mussten die Kurse jedoch öffentlich ausgeschrieben werden. Deshalb die Beteiligung an der Ausschreibung.

Managementtrainer Faustenhammer: "Das Vergabeverfahren verlief in drei Schritten: zweimal schriftlich und dann noch eine mündliche Präsentation." (pm/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27.1.2004)

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