Junge sterben in Österreich schneller

28. Jänner 2004, 09:54
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Hohes Unfallrisiko auf den Straßen

Wien - Österreichs Jugendliche sind im Straßenverkehr im Vergleich zu anderen EU-Staaten besonders gefährdet: Wie der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) am Montag in einer Presseerklärung vorrechnete, ist die Wahrscheinlichkeit eines tödlichen Unfalles hierzulande doppelt so hoch wie in den Niederlanden, Schweden und Großbritannien. Die meisten tödlichen Unglücke ereignen sich laut der Erhebung, die sich auf eine EU-Statistik bezieht, am Wochenende in der Nacht.

Im Jahr 2002 wurden in Österreich 17.566 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren bei Verkehrsunfällen verletzt, das sind 31 Prozent aller Verletzten. 215 Jugendliche wurden getötet (das sind 22 Prozent aller Verkehrsopfer). Jeder 53. Jugendliche zwischen 15 und 24 Jahren wird bei einem Verkehrsunfall verletzt oder sogar getötet, errechnete der VCÖ.

Mehr Nachtbusse gefordert

Österreich liegt in der Unfallsicherheit mit jährlich 23 Toten pro 100.000 Jugendlichen im Vergleich mit den anderen Ländern der Union an zehnter Stelle. Am wenigsten geschieht in den Niederlanden mit elf Todesopfern pro 100.000 Jugendlichen.

Wenig unsicherer lebt es sich in Schweden und Großbritannien mit jährlich je zwölf Toten pro 100.000 Jugendlichen.

Die schlechtesten statistischen Werte hat Luxemburg: Dort starben im Erhebungszeitraum 35 von 100.000 Jugendlichen, zumindest rechnerisch stellt sich das so dar.

Der VCÖ forderte mehr Nachtbusse, die vor allem an Wochenenden unterwegs sein sollen. Zudem verlangte der Club die rasche Einführung des schon lange diskutierten Punkteführerscheins nach deutschem Vorbild und mehr Alkohol- und Tempokontrollen im Straßenverkehr. (APA, Der Standard, Printausgabe, 27.01.2004)

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